Leiharbeiter tagelang gequält, um EC-Pin zu erpressen

Nach einem brutalen Angriff auf einen 35-Jährigen in einer Unterkunft für polnische Leiharbeiter in Schwerte dauern die Ermittlungen an. Das Opfer soll von drei Mitbewohnern gefesselt und tagelang gequält worden sein. Die Tatverdächtigen hätten offenbar versucht, ihm die PIN-Nummer seiner EC-Karte abzupressen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen am Montag. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.

27.07.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

Laut Staatsanwaltschaft gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Männer aus Polen im Alter von 29, 26 sowie 22 Jahren den 35-Jährigen bereits in der Nacht auf den 19. Juli überfielen. Die vier Männer bewohnten zusammen dieselbe Sammelunterkunft. Sie sollen ihm Geld und Dokumente abgenommen, ihn gefesselt und dann immer wieder mit Schlagwerkzeugen geschlagen haben, wie der Staatsanwalt schilderte. Der Mann habe unter anderem Hämatome sowie Prellungen am Kopf davongetragen und wurde im Krankenhaus behandelt.

Durch einen Hinweis der polnischen Ermittlungsbehörden sei die Polizei am dritten Tag des Martyriums eingeschritten. Bei einer Durchsuchungsaktion am 21. Juli in der Unterkunft in Schwerte im Kreis Unna fand die Polizei den gefesselten Mann und nahm zwei Männer fest. Der dritte mutmaßlich Beteiligte wurde am Folgetag festgenommen. Alle drei befinden sich wegen des Verdachts auf erpresserischen Menschenraub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft.

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