Leichtathlet Ecker-Rosendahl zu Olympia: „Passt nicht mehr“

Die frühere Spitzen-Leichtathletin Heide Ecker-Rosendahl hofft nach der Verschiebung der Tokio-Spiele auf eine Debatte über die Zukunft des größten Sportereignisses der Welt. „Ich sehe eine Chance, das Konzept der Olympischen Spiele zu überarbeiten und zu verändern“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 1972 am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. „Das passt nicht mehr. Es ist zu groß geworden. Man sollte überlegen, ob man diesen Gigantismus herunterfährt.“

29.03.2020, 14:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Heide Ecker-Rosendahl lächelt in die Kamera. Foto: Andreas Gebert/dpa

Heide Ecker-Rosendahl lächelt in die Kamera. Foto: Andreas Gebert/dpa

Nach der Olympia-Verlegung auf 2021 als Folge der Coronavirus- Pandemie habe man nun einen Einschnitt und die Möglichkeit, neu nachzudenken. „Von den European Championships 2018 in Berlin und Glasgow mit einer überschaubaren Anzahl von Sportarten waren viele begeistert. Warum macht man nicht Olympische Spiele, teilt die Sportarten durch vier und macht jedes Jahr Sommerspiele, wobei jede Sportartgruppe nur alle vier Jahre drankommt“, sagte Ecker-Rosendahl.

Dabei sollten nicht nur jeweils Sportarten gewählt werden, die zueinander passen, sondern auch eine Ausrichterstadt oder Region, zu der die Sportarten passen. „Das wäre dann eine überschaubare Menge von Athleten und Disziplinen“, sagte die 73 Jahre alte Leverkusenerin und betonte: „Die Spiele sind uns aus den Händen geglitten.“ Die nächsten European Championships werden im August 2022 mit Europameisterschaften in sieben Sportarten in München ausgetragen.

Die Entscheidung, die Tokio-Spiele nicht abzusagen, sondern zu verschieben, hält Ecker-Rosendahl für richtig. „Ich denke zuerst immer an die Athleten, die teilweise einen Zyklus von acht Jahren brauchen, um bei Olympia dabei sein zu können. Ihnen hätte man etwas genommen“, sagte sie.

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