Laumann: Skilifte in NRW bleiben im Dezember geschlossen

Jetzt ist es offiziell: Im Dezember soll im Sauerland kein Skilift fahren. Die Skigebiete befürchten dennoch einen Gästeansturm - und hoffen weiter auf einen Saisonstart zu einem späteren Zeitpunkt.

30.11.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 2 min

Skilifte müssen entsprechend der neuen Corona-Schutzverordnung in NRW vorerst geschlossen bleiben. Das teilte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Montag mit. Skilifte seien Freizeit-Einrichtungen und damit verboten. Das Verbot durch die neue Verordnung gelte zunächst bis zum 20. Dezember. Er gehe aber nicht davon aus, dass sich das Infektionsgeschehen und damit das Verbot über Weihnachten ändere, so Laumann. Die Liftbetreiber im Sauerland zeigten sich enttäuscht und wollen die Hoffnung nicht aufgeben.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte am Sonntag davon gesprochen, auf die Betreiber zuzugehen - gleichzeitig aber klar gemacht, dass es eine europäische Lösung für die Skigebiete brauche. NRW wird nun keine Ausnahme machen und den Betrieb von Liften untersagen - so wie es bereits Italien und Frankreich angekündigt hatten. Laumann sagte, dass er auch auf die „Macht des Faktischen“ baue - nämlich, dass es ohnehin im Dezember keinen Schnee oder Weiße Weihnacht im Sauerland geben werde.

Namentlich werden Skilifte in der neuen Corona-Schutzverordnung, die am Montagmittag veröffentlicht wurde, nicht aufgelistet. Die neue Schutzverordnung - unter anderem mit Kontaktlockerungen - kommt kurz vor Weihnachten. Ob es im Januar Ski-Betrieb gibt, blieb zunächst unklar. Laschet hatte sich bislang dafür ausgesprochen, bis zum Ende der Weihnachtsferien Ski-Tourismus europaweit zu unterbinden.

In NRW trifft das Verbot die Skiregionen im Sauerland und Siegen-Wittgenstein. Die Liftbetreiber der dortigen Skigebiete zeigten am Montag wenig Verständnis für die Entscheidung aus Düsseldorf. „Es geht uns um den reinen Sport. Vom Après Ski haben sich die Hüttenbetreiber schon seit dem Frühjahr verabschiedet“, sagte Christoph Klante, Vorsitzender des Sauerländer Skiliftverbands. Für die Lifte gebe es umfangreiche Hygienekonzepte. Die Liftbetreiber seien enttäuscht, hieß es weiter in der Mitteilung der Wintersport-Arena, dem Zusammenschluss der Skigebiete in der Region.

Von gedrückter Stimmung in seiner Stadt berichtete auch Winterbergs Bürgermeister Martin Beckmann. „Unheimlich viele Menschen hier leben von und mit dem Wintertourismus. Da merkt man, dass sich überall Niedergeschlagenheit ausbreitet“, sagte der CDU-Mann der Deutschen Presse-Agentur. „Irgendwann kann es hoffentlich doch losgehen. Lieber eine schlechte Saison als gar keine“, betonte Beckmann.

Auch die Liftbetreiber hoffen weiter auf einen baldigen Saisonstart, hieß es. In einigen Gebieten laufen bei den günstigen kalten Temperaturen bereits die Schneekanonen, um für den Fall Vorräte zu füllen. Einige Skigebiete hätten starten können und halten sich weiterhin bereit, hieß es.

Es werden trotz geschlossener Skigebiete große Menschenmengen auf den Pisten befürchtet, die rodeln oder wandern wollen. Wenn dies unkontrolliert geschehe, berge das eine größere Gefahr als das geordnete Skifahren im regulären Betrieb, betonten die Liftbetreiber. „Möglicherweise brauchen wir dann auch logistische Hilfe vom Land, wenn hier alles weiß ist und viele Tagesgäste kommen“, sagte Winterbergs Bürgermeister Beckmann.

Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) sagte am Montag, dass Skilifte - wie andere geschlossene Freizeit-Einrichtungen - entsprechendes Anrecht auf Wirtschaftshilfe hätten. Nach Angaben von Beckmann laufen derzeit noch Beratungen über Details. So gebe es auch Skigebiete, die vergangenes Jahr kaum oder keine Erlöse hatten. „Da müssen wir eine praktikable Lösung finden“, forderte der Bürgermeister.

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