Laschet: „Flexibler Einstieg“ bei wirksamen Corona-Regeln vorstellbar

Coronavirus

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich zur möglichen Lockerung der Corona-Maßnahmen geäußert - und vor allem eine Bedingung genannt.

Düsseldorf

09.04.2020, 14:18 Uhr / Lesedauer: 2 min
NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich zu einer möglichen Öffnung des Corona-Lockdowns geäußert.

NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich zu einer möglichen Öffnung des Corona-Lockdowns geäußert. © picture alliance/dpa

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet hat ein Kriterium für eine mögliche Öffnung des Corona-Lockdowns genannt. „Sind die Regeln für den richtigen Abstand einhaltbar und gibt es dafür auch die richtigen Schutzmaßnahmen? Wenn das der Fall ist, kann man den flexiblen Einstieg wagen“, sagte der CDU-Politiker dem „Handelsblatt“ (Donnerstag).

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„Wir müssen die Menschen gezielter als durch pauschales Schließen schützen“, betonte er mit Blick auf die einschneidenden Beschränkungen im Alltagsleben. Vor dem Treffen der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer am Mittwoch sagte er: „Wir brauchen einen klaren Fahrplan, durch den das öffentliche und wirtschaftliche Leben wieder ins Laufen kommt.“

Zustand dürfe „nicht viel länger“ andauern

Denn, so bekräftigte Lascher, der Zustand, dass viele Geschäfte geschlossen sind, dürfe „nicht viel länger“ andauern, „wenn wir keine Massenpleite und eine folgende neue Massenarbeitslosigkeit erleben wollen“. Auch zur Autoindustrie äußerte er sich. Die Produktion sei dort teils auch eingestellt worden, weil Autohäuser geschlossen wurden. „Hier könnte man auch unter Einhaltung der Abstandsregeln Kunden in die Geschäfte lassen.“ Dies könne ein Anreiz für die Industrie sein, wieder zu produzieren.

Laschet sprach sich am Donnerstag dafür aus, das öffentliche Leben nach Ostern behutsam in eine „verantwortbare Normalität“ zurückzuführen. „Es wird nichts mehr sein wie vorher“, sagte er in einer Unterrichtung des Landtags zu ersten Zwischenergebnissen der Heinsberg-Studie zur Verbreitung des Coronavirus. „Aber es wird so viel wie möglich von unseren Freiheiten wieder entstehen - in neuer Rücksichtnahme, neuer Verantwortung und in Distanz.“

„Wir sollten nach Ostern den Versuch wagen“

Die Rückkehr in die Normalität werde er kommende Woche nach Ostern auch mit den Ministerpräsidenten der Länder und mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) erörtern, sagte Laschet. Die Lockerung der Corona-Auflagen werde „behutsam“ und „nicht mit einem Schlag“ gehen. „Aber dass wir nach Ostern diesen Versuch wagen sollten, davon bin ich überzeugt.“

Die am Donnerstag von dem Bonner Virologen Hendrik Streeck vorgelegten Zwischenergebnisse der Heinsberg-Studie zur Verbreitung des Corona-Virus können nach Worten Laschets die Bund-Länder-Gespräche unterstützen. Streeck hält eine beginnende Lockerung der strengen Auflagen im Zuge der Coronavirus-Pandemie für möglich.

dpa

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