Langer Stillstand bei Tönnies könnte Tierschutz gefährden

Das nordrhein-westfälische Agrarministerium befürchtet negative Folgen für den Tierschutz, falls der größte deutsche Schlachthof von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück länger geschlossen bleiben muss. Aufgrund der überregionalen Bedeutung des Schlachtbetriebes müsse es das Ziel sein, den Schlachtbetrieb wieder zeitnah zu ermöglichen, sobald die Mitarbeiter nach der Quarantäne wiederholt negativ getestet worden seien, teilte das Ministerium am Freitag mit. Die Fleischfabrik ist nach einem Corona-Ausbruch mit derzeit 730 Infizierten geschlossen worden.

19.06.2020, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Firma Tönnies und die sie beliefernden Landwirte müssten andere Schlachtkapazitäten finden. Eine gewisse Zeit könnten Tiere über die normale Mastdauer hinaus in den Betrieben gehalten werden. „Sollten Produktionsengpässe über einen längeren Zeitpunkt andauern, erhöht sich der Druck in den Betrieben, was sich negativ auf den Tierschutz auswirken könnte“, sagte Staatssekretär Heinrich Bottermann.

Die Versorgungssicherheit der Verbraucher sei aber nicht gefährdet. „Natürlich bringt ein Stillstand des bundesweit größten Schlachtbetriebes die gewohnten Abläufe in der Lebensmittelkette ins Stocken, aber Versorgungsengpässe sind derzeit nicht zu befürchten“, betonte Bottermann. Er versicherte zudem, es gebe weiterhin keine Anhaltspunkte, dass das Coronavirus über Lebensmittel über Fleischprodukte übertragen werden könne. Dem Bundesinstitut für Risikobewertung seien bisher keine Infektionen mit Sars-CoV-2 über einen Übertragungsweg über Lebensmittel bekannt.

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