Landratskandidaten über Digitalisierung im Kreis Unna: „Wir müssen Gas geben“

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Mit der Digitalisierung ist das ja so eine Sache. Jeder will sie, möglichst schnell. Doch gefühlt geht’s nur im Schneckentempo voran. Über den Stand im Kreis Unna sprachen auch die Landratskandidaten unserer Diskussionsrunde (mit Video).

Werne

, 24.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie sieht’s denn nun aus in Sachen Digitalisierung - etwa mit Blick auf die Ausstattung der Schulen und im Kreishaus? Wie digital tickt der Kreis Unna bereits? Und an welchen Stellen muss noch geschraubt werden? Darüber haben Mario Löhr (SPD), Marco Morten Pufke (CDU), Andreas Dahlke (Wählergemeinschaft GFL) und Herbert Goldmann (Grüne) in unserer Diskussionsrunde gesprochen. Und sie lagen keineswegs immer auf der selben Wellenlänge.

Der CDU-Landrats-Kandidat Marco Morten Pufke will bei der Digitalisierung „die PS auf die Straße bekommen.“

Der CDU-Landrats-Kandidat Marco Morten Pufke will bei der Digitalisierung „die PS auf die Straße bekommen.“ © Jörg Heckenkamp

Den Auftakt macht Goldmann. Was die Ausstattung an den Berufsschulen angeht - für die bekanntlich der Kreis zuständig ist -, sei man auf einem „guten Weg“, so der Grünen-Politiker. Und man habe in der aktuellen Corona-Krise ja gemerkt, wie wichtig modernes technisches Equipment sei, um die Schüler zu Hause zu erreichen.

Allerdings wolle er auch „zwei oder drei Tropfen Wasser in den Wein gießen“. Denn: „Digitalisierung bietet ungemeine Chancen, aber auch Risiken. Insbesondere das Risiko des Missbrauchs. Dieses Thema wird weitestgehend noch unterschätzt. Da sind wir als Verantwortliche gefordert, diesem Thema zu begegnen.“

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Weil in Sachen interkommunaler Zusammenarbeit auf Verwaltungsebene bisher im Prinzip jeder sein eigenes Süppchen gekocht habe, fordert Mario Löhr die Entwicklung eines einheitlichen EDV-Systems. Wenn das klappt, dann „sind wir durch das Thema Digitalisierung und durch die Schaffung von Heimarbeitsplätzen auch ein attraktiver Arbeitgeber“. Das gelte sowohl für den Kreis als auch für die einzelnen Städte, bei denen es teils unter anderem in Sachen E-Government noch ziemlich hakt.

Den Blick nicht nur auf Schulen und Verwaltung richten

Und wie sieht‘s mit den oft zitierten „weißen Flecken“ auf der Landkarte aus - also mit den Bereichen, in denen es nach wie vor kein schnelles Internet gibt? Die müsse man natürlich schnellstmöglich beseitigen, betont Marco Morten Pufke. Die Fördermittel von Bund und Land seien schließlich da: „Wir müssen jetzt zusehen, dass wir die PS auf die Straße bekommen - beziehungsweise die Kabel in die Straße.“ Ganz ähnlich sei die Lage in Sachen Mobilfunknetz.

Andreas Dahlke legt den Fokus im Gegensatz zu seinen Mitbewerbern zu guter Letzt weniger auf die Technik der Verwaltung und die „weißen Flecken“. Man müsse zunächst einmal zusehen, dass man nicht nur alle Schulen mit Hardware und Software ausstatte, sondern auch die Bereiche im Blick habe, in denen „die Digitalisierung ein absolutes Loch ist“.

Wen er damit meint? Unter anderem die Handwerksbranche. „Da gestaltet sich beispielsweise die Datenübertragung von A nach B teilweise so schwierig, dass es nicht mehr tragbar ist. Da müssen wir wirklich Gas geben“, so Dahlke.

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Vorstellungsrunde, Rededuelle, Wählerfragen - das waren die drei Blöcke der Diskussionsrunde von vier Kandidaten für den Posten des Landrates im Kreis Unna. Schauen Sie den Live-Stream als Video. Von Jörg Heckenkamp

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