Landrat: Ausgrenzung wegen Corona schlimmer als Krankheit

Noch schlimmer als das medizinische Problem des Coronavirus ist nach Einschätzung des Heinsberger Landrates Stephan Pusch (CDU) die dadurch drohende Vertrauenskrise in der Bevölkerung. „Das Coronavirus ist aus meiner Sicht ein medizinisches Problem, klar - aber viel schlimmer ist das Vertrauensproblem, was das in den Köpfen verursacht“, sagte Pusch in seiner Videobotschaft am Donnerstag. Ausgrenzung, Misstrauen und Angst führten am Ende auch zu wirtschaftlichen Problemen. Die besten Mittel dagegen seien aus seiner Erfahrung Solidarität, Mitgefühl und gemeinsames Anpacken.

12.03.2020, 12:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg, gibt ein Pressestatement. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Stephan Pusch, Landrat des Kreises Heinsberg, gibt ein Pressestatement. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Ihm berichteten Heinsberger, dass sie vom Arbeitgeber nur wegen ihrer Herkunft nach Hause geschickt oder erst gar nicht mehr aufs Firmengelände gelassen würden. „Es kann sein, dass morgen - wir alle wollen das nicht hoffen - ihr Kreis, ihre Stadt genau von denselben Problemen betroffen ist“, sagte der Landrat. Dann würden diese Leute selbst Ausgrenzung erfahren.

Der Kreis Heinsberg ist weiterhin von der Ausbreitung des Virus besonders stark betroffen. Fast die Hälfte der 909 Infektionen in NRW (Stand: 10 Uhr) wurden im Kreis nachgewiesen.

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