Künstler Günther Uecker identifiziert gefälschtes Kunstwerk

„Nagel-Künstler“ Günther Uecker hat ein angeblich von ihm stammendes Kunstwerk in einem Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf als Fälschung identifiziert. Das Urteil des 90-Jährigen über das „Sandbild 1986 auf Büttenpapier“ war am Montag eindeutig: „Das ist nicht von mir“, sagte er, nachdem er das Werk mit einer kleinen Lupe inspiziert hatte. „Das sehe ich zum ersten Mal. Auch die Signatur stammt nicht von mir.“

26.10.2020, 15:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Günther Uecker (90), Künstler, steht vor seinen Druckgrafiken. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Günther Uecker (90), Künstler, steht vor seinen Druckgrafiken. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Anlass für den Prozess ist die Klage einer 56-jährigen Büroangestellten gegen einen Kunsthändler, der ihr das Bild verkauft hatte (Az.: 3 O 19/19). Die Käuferin hält das Werk für eine Fälschung und fordert 7500 Euro Anzahlung zurück. Der Kunsthändler dagegen beteuerte bislang, das Bild sei echt und weit mehr wert als die insgesamt vereinbarten 15 000 Euro. Ein Urteil soll am 16. November fallen.

Günther Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur berühmten Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine „Stunde Null“ für die Nachkriegskunst.

Weitere Meldungen