Kritik an Galeria-Management: Nicht genug für Filialen getan

Die Gewerkschaft Verdi wirft der Leitung des angeschlagenen Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof vor, nicht genug für den Erhalt von Filialen getan zu haben. „Wir zweifeln daran, dass das Management alles unternommen hat, um möglichst viele Filialen zu retten“, sagte der Leiter der Verdi-Bundesfachgruppe Handel, Orhan Akman, der Deutschen Presse-Agentur.

30.07.2020, 06:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster einer Filiale. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Das Logo von Galeria Karstadt Kaufhof klebt am Schaufenster einer Filiale. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Archivbild

Der Warenhauskonzern hatte in den vergangenen Wochen die Zahl der von der Schließung bedrohten Häuser von 62 auf 50 reduziert. Der Vorsitzende der Galeria-Geschäftsführung, Miguel Müllenbach, hatte den Mitarbeitern der verbliebenen 50 Filialen auf der Schließungsliste allerdings keine Hoffnung auf weitere Einigungen im letzten Augenblick gemacht.

Akman warf der Unternehmensleitung vor, sie lege die Kriterien für die Schließung von Häusern „nach wie vor nicht offen“. Diese Intransparenz lasse viele Fragen ungeklärt. Das Management taktiere „auf dem Rücken der Betroffenen“. Verdi sieht noch Chancen, weitere Häuser zu erhalten. „Wir geben die Hoffnung erst dann auf, wenn das letzte Licht in den Häusern ausgeht“, sagte Akman.

In Bonn wird Galeria Karstadt Kaufhof nach Angaben der Stadt die dortige Karstadt-Filiale Ende Oktober schließen. Der Insolvenzverwalter habe sich trotz deutlicher Zugeständnisse des Vermieters gegen einen Doppelstandort mit der nur rund 300 Meter entfernten Kaufhof-Filiale entschieden, hatte Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan (CDU) am Mittwoch mitgeteilt.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die coronabedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Mitte Juni kündigte das Unternehmen im Rahmen seiner Sanierungspläne die Schließung von 62 der 172 Warenhäuser an. In den betroffenen Kommunen lösten die Schließungspläne des Warenhauskonzerns in vielen Fällen Sorge vor einer Verödung der Innenstädte aus. Nach Verhandlungen mit Vermietern der Kaufhäuser ließ Karstadt Kaufhof die Schließungspläne für 12 Filialen fallen.

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