Kritik an früheren Weihnachtsferien wächst - Betreuungsfrage noch ungeklärt

Coronavirus

Nachdem Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) verkündet hat, dass die Weihnachtsferien früher anfangen sollen, gibt es noch reichlich Klärungsbedarf. Vor allem zur Frage der Betreuung.

Düsseldorf

12.11.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr früher beginnen - die Betreuungsfrage ist jedoch noch nicht geklärt.

Die Weihnachtsferien sollen in diesem Jahr früher beginnen - die Betreuungsfrage ist jedoch noch nicht geklärt. © picture alliance/dpa

Nachdem die nordrhein-westfälische Landesregierung bekanntgegeben hat, die Weihnachtsferien vorziehen zu wollen, wächst die Kritik an dem Plan. Unter anderem ist nach Ansicht der Lehrergewerkschaft GEW vor allem die Frage offen, wer die Kinder während der zusätzlichen Freizeit betreuen soll. Am Freitag wird sich Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) dem Landtag stellen.

Gebauer hatte am Mittwochabend mitgeteilt, dass am 21. und 22. Dezember kein Schulunterricht stattfinden soll. Die Entscheidung solle helfen, den Familien ein möglichst unbeschwertes Weihnachtsfest zu ermöglichen. Damit ist wegen des Wochenendes Freitag, der 18. Dezember, der letzte Schultag in NRW in diesem Jahr.

Eltern, die am 21. und 22. noch arbeiten müssen, hätten ein Problem, meint die GEW. „Aus Sicht der Familien kann die Maßnahme nur dann sinnvoll sein, wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist und wenn sie wirklich die Zeit als vorgezogene Quarantäne nutzen, um zum Weihnachtsfest möglichst infektionsfrei zu sein“, sagte dazu die GEW-Landesvorsitzende Maike Finnern am Donnerstag der dpa.

„Hiobsbotschaft“ für Alleinerziehende

Nicola Stroop, Vorstand des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter in NRW, wurde noch deutlicher: „Die Ankündigung von NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, die Weihnachtsferien vorzuverlegen, ist für Alleinerziehende eine Hiobsbotschaft.“ Was von der Schulministerin „als Geschenk im Sinne des Infektionsschutzes gedacht“ sei, stelle Alleinerziehende wieder vor das Problem, „die Betreuung ihrer Kinder für diese Tage individuell sicherstellen zu müssen“.

Dabei habe kaum noch jemand Urlaubstage übrig. Stroop forderte: „Schließungen von Schulen müssen strukturell kompensiert werden, entweder durch einen gesetzlichen Anspruch auf Notbetreuung oder durch finanzielle Ausgleichszahlungen wie ein Corona-Elterngeld.“

Konkrete Umsetzung für die Schulen noch unklar

Ministerin Gebauer hatte im WDR5-„Morgenecho“ gesagt, es müsse darüber gesprochen werden, „wie wir eine Notbetreuung für Kinder und Jugendliche an diesen beiden Tagen sicherstellen können für Eltern aus systemrelevanten Berufen, für Kinder, die eben nicht zu Hause an diesen beiden Tagen versorgt werden können“.

Am Donnerstag hatten die Schulen zunächst keine Informationen dazu, wie die verlängerten Ferien konkret umgesetzt werden. Gebauer zufolge müssten die offenen Fragen jetzt noch geklärt werden. Dazu wollte sie nach Angaben des Ministeriums mit den Vertretern und Verbänden von Lehrern, Schülern und Eltern sprechen.

dpa

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Coronavirus
Todesfall-Rate durch Coronavirus wächst in rasendem Tempo – Zahlen sind schockierend