Kreis Gütersloh sieht keine neue Corona-Welle bei Tönnies

Unter den nach Wiederaufnahme des Schlachtbetriebs bei Tönnies gemeldeten 31 Corona-Fällen sind nur sechs echte Neuinfektionen. Das berichtete der Kreis Gütersloh am Montag. Der Kreis sieht keine zweite Welle bei Tönnies. Mit Altfällen sind Personen gemeint, die schon vor Wochen einen positiven Befund hatten, bei denen das Virus noch nachweisbar ist, die aber nicht mehr ansteckend sind. Der Fleischkonzern selbst spricht von 26 alten und nur fünf neuen Fällen, also einem Fall weniger als die Behörde.

27.07.2020, 16:02 Uhr / Lesedauer: 1 min

Unternehmenssprecher Markus Eicher sagte, die nach seinem Kenntnisstand fünf Beschäftigten mit einem neuen Positivbefund seien einen Tag lang zur Arbeit gegangen, bevor sie ihr Ergebnis erhielten und in Quarantäne geschickt wurden. Die Behörden verfolgten deren Kontakt nach. Zu möglichen erneuten Ansteckungen im Werk durch die einzelnen neuen Infektionen betonte er, man sehe sich durch die verstärkten Hgyiene- und Schutzmaßnahmen gut aufgestellt. „Wir haben unsere Maßnahmen erhöht und sind sensibel und wachsam, um einen neuen Ausbruch zu vermeiden.“

Aus dem Kreis hieß es, von 31 betroffenen Personen lebten 21 im Kreis Gütersloh, sie seien alle unter Beobachtung. Die anderen zehn wohnten etwa im Kreis Warendorf oder in Bielefeld.

Nach einem Massenausbruch und vierwöchigen Zwangspause am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück war ein Anlaufen der Produktion erst vor gut einer Woche wieder erlaubt worden. Zuvor hatte es umfangreiche Prüfungen eines Hygienekonzepts und zahlreiche Schutzvorkehrungen gegeben, zu denen auch die intensive Testung gehört.

Nach Angaben von Tönnies und der Kreissprecherin waren gut 7000 Mitarbeiter getestet worden, bevor der Betrieb wieder hochgefahren werden durfte. Sie mussten allesamt zuhause auf ihre Ergebnisse warten und durften erst nach ihrem Negativbefund zur Arbeit erscheinen. Bei einer zweiten Untersuchung der bereits in der Produktion eingesetzten Mitarbeiter seien die 31 Positiv-Ergebnisse dann ermittelt worden. Der Konzernsprecher sagte, das Vorgehen widerspreche nicht den behördlichen Vorgaben.

Die Kreissprecherin bestätigte, die Tests in kurzen Abständen seien Nachkontrollen, die Mitarbeiter müssten dabei nicht jeweils einen Tag bis zum Vorliegen des neuerlichen Ergebnisses daheim bleiben. Das Gesundheitsministerium verwies darauf, dass Personen nur in der Produktion arbeiten dürfen, wenn sie mindestens zweimal pro Woche auf Betriebskosten getestet werden.

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