Krefelder Insektenforscher bekommt Ehrenpreis

Die Zahl der Insekten ist dramatisch gesunken. Mit dieser Erkenntnis hat der Entomologische Verein Krefeld eine Debatte in Deutschland ausgelöst. Vorstandsmitglied Martin Sorg wird nun ausgezeichnet.

02.09.2020, 09:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Alexander Bonde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Foto: Christoph Schmidt/dpa/Archivbild

Der Krefelder Insektenforscher Martin Sorg erhält den Ehrenpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Der 65-Jährige sei maßgeblich an Untersuchungen beteiligt gewesen, die vor dem Verlust der Artenvielfalt warnten, begründete die Jury am Mittwoch ihre Entscheidung. „In Deutschland haben sein Engagement und seine Beharrlichkeit dazu beigetragen, das Insektensterben zu einem gesellschaftlichen Debattenthema zu machen“, sagte DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. Der mit 10 000 Euro dotierte Ehrenpreis soll am 25. Oktober in Hannover von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht werden.

Sorg ist Vorstandsmitglied des Entomologischen Vereins Krefeld (EVK). Dort war eine Studie entstanden, die 2017 weltweit viel Aufsehen erregte - und in Deutschland eine Debatte ins Rollen brachte. Die Kernaussage: Die Zahl der Fluginsekten ist in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab. Das belegen Daten, die der Verein seit 1989 gesammelt hat.

„Martin Sorg hat mit seinem Engagement beim Entomologischen Verein Krefeld für langjährige Studien zum Insektenvorkommen klargemacht, wie wichtig Artenschutz ist“, betonte Bonde. „Standardisierte Untersuchungen über einen längeren Zeitraum standen für vergleichbare Auswertungen und Ergebnisinterpretationen vorher kaum zur Verfügung.“ Die Forschungen hätten einen Wendepunkt für die öffentliche Wahrnehmung von Insekten und deren Bedeutung für Ökosysteme markiert.

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