Krankenhausgesellschaft: Hacker-Angriffe ein „Desaster“

Hackerangriffe mit teils gravierenden Folgen wie im Fall der Düsseldorfer Uniklinik sind nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW „ein Desaster“ für die Häuser. Ein Ausfall der IT-Systeme ziehe Millionenausfälle nach sich, sagte Sprecher Lothar Kratz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Den Vorwurf, die Kliniken seien im Bereich Computersicherheit zu nachlässig, wies er zurück. „Die Krankenhäuser haben ein Eigeninteresse daran, Cyberangriffe zu verhindern.“ Es sei nicht so, „dass die Geschäftsführer blauäugig durch die Gegend laufen“.

18.09.2020, 11:52 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Eingang zum Universitätsklinikum Düsseldorf. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Ein Eingang zum Universitätsklinikum Düsseldorf. Foto: Guido Kirchner/dpa/Archivbild

Die IT-Sicherheit zu gewährleisten, sei aber ein „fortlaufender Prozess und ein „Wettlauf mit den Hackern“. Gute IT-Experten zu bekommen, sei für Kliniken ebenso schwierig wie auch für große Unternehmen, sagte Kratz. Denn es herrsche Fachkräftemangel in dem Bereich. Und: „Es ist auch eine Frage des Geldes.“

Auf mehr Geld für die IT-Sicherheit können die Kliniken nun hoffen. Der Bundestag beschloss am Freitag eine Milliarden-Spritze für Investitionen. Der Bund stellt drei Milliarden Euro bereit, die Länder sollen 1,3 Milliarden Euro aufbringen. Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft NRW bekommen die Kliniken in Nordrhein-Westfalen durch das entsprechenden Gesetz insgesamt 900 Millionen - 630 Millionen vom Bund Euro und 270 Millionen Euro vom Land. Diese Mittel sollten vorwiegend für Digitalisierung und Cybersicherheit eingesetzt werden, sagte Kratz.

Der tagelange IT-Ausfall an der Düsseldorfer Uniklinik ging nach Angaben der Landesregierung auf einem Hacker-Angriff mit Erpressungsversuch zurück. Die Täter hatten 30 Server verschlüsselt. Sie zogen die Erpressung später zurück und händigten der Polizei einen digitalen Schlüssel aus.

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