Immobilienkonzerne LEG und TAG brechen Fusionsgespräche ab

Der Versuch eines Zusammenschlusses ist schnell gescheitert: Der Wohnungsverwalter LEG Immobilien wollte mit TAG den Abstand zum Branchenführer Vonovia verkürzen. Doch das Management fand keine Einigung.

27.05.2020, 08:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Immobilienkonzerne LEG und TAG gehen weiter getrennte Wege. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien einvernehmlich beendet worden, teilte LEG am späten Dienstagabend in Düsseldorf mit. Dies hätten die Vorstände beider Unternehmen beschlossen. Man habe insbesondere keine Einigung über das mögliche Umtauschverhältnis der Anteile erzielen können. Daher verfolgten beide Unternehmen den angestrebten Zusammenschluss nicht weiter.

Erst vergangenen Freitag hatte der LEG-Vorstand Fusionsgespräche bestätigt. Der Mitteilung des Unternehmens zufolge sollten TAG-Aktionäre ihre Papiere in LEG-Aktien tauschen.

Mit dem Zusammenschluss hätte LEG den Rückstand zu den Branchengrößen Vonovia und Deutsche Wohnen verkürzen und Wohnungsbestände außerhalb seines Stammgebiets erwerben können. LEG ist mit 136 000 Wohneinheiten vor allem in Nordrhein-Westfalen aktiv, TAG Immobilien mit 85 000 Einheiten überwiegend im Osten und Südosten Deutschlands. Zum Vergleich: Branchenführer Vonovia besitzt in Deutschland 350 000 Wohnungen, die Deutsche Wohnen rund 162 000 Wohneinheiten.

Die LEG hat sich in den vergangenen Jahren vor allem auf den Zukauf von Wohnungen konzentriert. Der Neubau ist nur eine Nische: 2019 stellte der Konzern lediglich 38 Wohneinheiten fertig, ab 2023 sollen jährlich 250 Wohneinheiten entstehen. Das Unternehmen bezeichnet sich als Vermieter von „guten Wohnungen im mittleren bis unteren Preissegment“. Damit verfüge man über ein stabiles Geschäftsmodell.

Die TAG betonte, sie konzentriere sich auf Regionen, „die positive wirtschaftliche Wachstums- und Entwicklungsdaten aufweisen“. Im vergangenen Jahr waren die Hamburger in den polnischen Wohnungsmarkt eingestiegen. Dort will das Unternehmen mittelfristig über 8000 bis 10 000 Wohneinheiten verfügen.

Derzeit ist viel Bewegung auf dem Immobilienmarkt. Die beiden Wohnimmobilienkonzerne Ado Properties und Adler Real Estate stecken in einer Fusion. Mit einer Bewertung von 8,5 Milliarden Euro entsteht mit dem Zusammenschluss der drittgrößte börsennotierte Wohnungskonzern in Deutschland hinter Vonovia und Deutsche Wohnen.

Zudem flammten jüngst wieder Übernahmegerüchte auf, dass Vonovia einen Kauf des Konkurrenten Deutsche Wohnen prüfe. Ein erster Versuch war vor vier Jahren gescheitert. Dabei könnte ein Unternehmen mit einer Marktbewertung von fast 40 Milliarden Euro entstehen. Vonovia erteilte dem jedoch vorerst eine vage Absage.

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