Kohl-Witwe wird nicht mehr von Holthoff-Pförtner vertreten

Helmut Kohls Witwe Maike Kohl-Richter lässt sich in ihrem Klageverfahren gegen den Kölner Journalisten Heribert Schwan nicht mehr von der Kanzlei Holthoff-Pförtner vertreten. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Die Essener Kanzlei lehnte eine Stellungnahme unter Verweis auf die anwaltliche Schweigepflicht ab.

29.05.2020, 09:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Maike Kohl-Richter und ihr ehemaliger Anwalt Thomas Hermes (r), von der Kanzlei Holthoff-Pförtner, kommen im Februar 2018 zum Oberlandesgericht Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Maike Kohl-Richter und ihr ehemaliger Anwalt Thomas Hermes (r), von der Kanzlei Holthoff-Pförtner, kommen im Februar 2018 zum Oberlandesgericht Köln. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Die Kanzlei ist eine Gründung des derzeitigen nordrhein-westfälischen Europaministers Stephan Holthoff-Pförtner (CDU), der seit Übernahme seines Amtes nicht mehr für die Kanzlei tätig ist. Holthoff-Pförtner war einer der engsten Vertrauten Kohls. Er hatte den Altkanzler unter anderem in der CDU-Spendenaffäre als Anwalt vertreten.

Kohl hatte Schwan und dessen Verlag Random House wegen des 2014 erschienenen Buchs „Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle“ verklagt. Schwan hatte ursprünglich in Kohls Auftrag dessen Memoiren verfasst. Vor Fertigstellung des letzten Bands bekamen die beiden aber Streit. Daraufhin veröffentlichte Schwan ohne Absprache mit Kohl das „Vermächtnis“-Buch, das mit zahlreichen abfälligen Äußerungen über andere Politiker gespickt ist. Diese Zitate waren von Kohl nie zur Veröffentlichung freigegeben worden. Die Verbreitung von zahlreichen der Zitate wurde deshalb von Gerichten verboten. Seit Kohls Tod 2017 wird der Rechtsstreit von seiner Witwe weitergeführt.

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