Anzeige

Könner mit Pinsel und Farbe

Traumberufe: Maler und Lackierer

Seit über zwei Jahren lernen Janine Kolmanic und Ali Ghaznavi das Maler- und Lackiererhandwerk beim Meisterbetrieb Clausius in Holzwickede.

07.08.2020, 10:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Boden ist mit Malervlies geschützt, die Arbeit kann beginnen: Janine Kolmanic ist bereit, den Sockel der Fassade zu streichen. Foto: Starb

Der Boden ist mit Malervlies geschützt, die Arbeit kann beginnen: Janine Kolmanic ist bereit, den Sockel der Fassade zu streichen. Foto: Starb © Starb

Die Arbeit geht Janine Kolmanic leicht von der Hand: Schnell ist der Arbeitsbereich mit Malervlies ausgelegt, damit am Ende auch nur dort Farbe zurückbleibt, wo sie auch hingehört. Danach sieht man die Erfahrung, die die 22-Jährige in den vergangenen Jahren gesammelt hat. Mit Pinsel, Farbrolle und nicht zuletzt der Farbe macht sie sich an einer Fassade ans Werk. Wo vorher noch ein dunkles Grau die Fläche zierte, ist der Farbton nun deutlich heller überstrichen. Von der vorherigen Farbe sieht man nichts mehr – zumindest in dem Bereich, den Janine gerade bearbeitet hat.

Waren diese Handgriffe auch nur Teil einer Vorführung, um einen Eindruck von der alltäglichen Arbeit zu vermitteln, sieht man doch sehr deutlich, worauf es in diesem Beruf ankommt: die passende Vorbereitung und eine sorgfältige Umsetzung. Da stört es dann auch kaum, wenn die äußeren Bedingungen nicht immer ideal sind und das Malervlies sich durch den Wind auch einmal ungewollt in Bewegung setzt. Immerhin steht Janine am Anfang ihres dritten und damit abschließenden Lehrjahres, da hat sie schon einige Erfahrungen sammeln können.

Und diese Erfahrungen sind es auch, die den Reiz ihrer Arbeit für sie ausmachen. „Das Besondere für mich ist an dem Beruf, dass er so vielseitig ist. Und dass man am Ende des Tages auch ein Ergebnis sieht“, fasst sie die beiden Hauptpunkte zusammen, die sie immer wieder aufs Neue motivieren.

Verschiedene Aufgabenfelder

Ihrem Ausbildungskollegen Ali Ghaznavi geht es ebenso: Wie Janine ist der 22-Jährige ebenfalls im dritten Lehrjahr und hat in den beiden Jahren zuvor immer mehr Gefallen an den verschiedenen Arbeiten gefunden. Ob nun im Gebäude oder im Freien gearbeitet wird, der jeweilige Auftrag in einem Neubau oder im Zuge einer Renovierung ansteht – für Abwechslung ist in jedem Fall gesorgt. Denn je nach den Gegebenheiten, zum Beispiel das Objekt, das gestrichen werden soll, müssen andere Farben und Lacke verwendet werden. Dann sind wieder verschiedene Techniken gefragt, um den vom Kunden gewünschten Effekt zu erzielen. Und zu guter Letzt dreht sich auch nicht nur alles um Farben und Lacke. „Zu unserer Arbeit gehören natürlich auch Spachtelarbeiten oder das Kleben von Tapeten“, berichtet Ali.

Auch er zeigt sein Können und arbeitet im Gegensatz zu seiner Kollegin nicht an einer Hausfassade, sondern am benachbarten Holzzaun. Aber auch bei ihm sitzen die Arbeitsschritte ebenso gekonnt, sei es beim Vorbereiten der Arbeitsfläche oder bei den Streicharbeiten.

Video
Traumberufe: Maler und Lackierer

So unterschiedlich die einzelnen Projekte bei den Kunden auch immer verlaufen, so strukturiert ist der eigentliche Arbeitstag organisiert. „Ein typischer Arbeitstag sieht so aus, dass wir zwischen sechs und sieben Uhr beginnen. Als erstes treffen wir uns an der Werkstatt, um die Materialien, die wir brauchen, einzuladen und dann fahren wir gemeinsam zur Baustelle“, berichtet Janine.

Unterstützt werden sie davon natürlich von den erfahrenden Kollegen – und auch einigen Mitazubis. Denn derzeit lernen im Betrieb gleich fünf Nachwuchskräfte alles Wissenswerte rund um das Handwerk –und das soll auch in Zukunft so sein. „Wir sind auch weiterhin immer auf der Suche nach jungen Menschen, die unseren Beruf lernen möchten“, erklärt Maler- und Lackierermeisterin Carolin Clausius, die den Betrieb gemeinsam mit ihrem Vater führt.

Das Handwerk in Zahlen und Fakten

  • Der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz zählt aktuell 40.091 Betriebe.
  • In den Betrieben arbeiteten insgesamt rund 208.200 Berufstätige.
  • Unter ihnen sind auch die Auszubildenden, die in ihrem Berufsfeld zwischen drei verschiedenen Fachrichtungen wählen können: Gestaltung- und Instandhaltung, Bauten- und Korrosionsschutz und Kirchenmalerei sowie Denkmalpflege.
  • Im Bereich der Maler- und Lackierer-Innung Unna gibt es aktuell 79 Mitgliedsbetriebe.
  • In ihnen lernen derzeit 61 Auszubildende alles Wissenswerte rund um ihren Beruf.
  • Die monatliche Vergütung liegt im Bereich Innung zu Beginn bei maximal 620 Euro und steigt im zweiten Lehrjahr auf maximal 685 Euro. Im dritten Jahr sind es dann maximal 850.
  • Die Ausbildungsdauer zum Maler und Lackierer beträgt drei Jahre.
  • Zur Ausbildung gehört neben der Arbeit im Betrieb auch der Besuch der Berufsschule in Unna.
Meistgelesen