Schwache Schalker auch bei Union sieglos

Der FC Schalke 04 kann einfach nicht mehr gewinnen. Durch das 1:1 bei Union Berlin stellen die Königsblauen ihren Negativrekord aus der Saison 1993/94 ein. Die eigenen Ansprüche kann S04 nicht erfüllen. Die Berliner holen immerhin einen wichtigen Zähler im Abstiegskampf.

07.06.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der FC Schalke 04 hat auch beim schwächelnden Aufsteiger 1. FC Union Berlin nicht den Weg aus der Krise gefunden. Die Berliner Profis ließen sich dagegen für den wichtigen Punktgewinn beim 1:1 (1:1) am Sonntag von rund 30 Fans feiern, die außerhalb des Stadions während der gesamten Partie in Kleingruppen und mit Abstand gesungen und gejubelt hatten.

Schalke stellte den eigenen Negativrekord von zwölf Spielen ohne Sieg ein. „Wir hätten gern drei Punkte mitgenommen. Dann passiert uns wieder so ein Fehler und du rennst hinterher. Nach 25 Minuten sind wir besser reingekommen und machen den Ausgleich“, beschrieb Kapitän Daniel Caligiuri den Spielverlauf und hob zumindest das Engagement seines Teams hervor.

Gegen die selbst seit nun sieben Spielen sieglosen Eisernen tat sich die Mannschaft von Trainer David Wagner wieder enorm schwer und ist somit weiter das schlechteste Team der Fußball-Bundesliga seit dem Wiederbeginn nach der Corona-Pause.

Für Union war es ein wichtiger Punkt. Robert Andrich (11. Minute) brachte die Gastgeber in Führung. Jonjoe Kenny (28.) glich für Schalke aus und sorgte somit immerhin für den ersten Schalker Punktgewinn seit dem Re-Start.

Die Berliner Profis dankten nach dem Schlusspfiff den Fans, die hörbar aus dem Wald ihr Team unterstützt hatten. Die Polizei sah keinen Grund zum Eingreifen, obwohl laut Corona-Konzept Fan-Aufläufe außerhalb der Arenen verhindert werden sollten. „Wir haben uns auf die Bänke gestellt und hatten Sichtkontakt. Das ist natürlich überragend und in der Zeit mal richtig schön“, sagte Unions Torschütze Andrich.

Union konnte durch das Remis den Abstand auf den Relegationsrang wieder auf vier Zähler ausbauen und nähert sich langsam dem großen Ziel Klassenerhalt. Schalke muss mit 38 Zählern nicht mehr bangen. Für die eigenen internationalen Ansprüche war aber auch die Leistung im Stadion an der Alten Försterei wieder viel zu wenig.

Beide Mannschaften knieten vor dem Anpfiff als Zeichen gegen Rassismus am Mittelkreis nieder - auch Schiedsrichter Tobias Stieler schloss sich mit seinem Gespann der Aktion an.

Schalke-Coach Wagner baute taktisch um und bot Salif Sané als Ersatz für den gesperrten Weston McKennie als Abräumer vor einer Viererkette auf. Union agierte offensiver als sonst. Anthony Ujah (9.), als zweite Spitze neben Sebastian Andersson aufgeboten, köpfte knapp über das Tor. Wenig später nutzte der Nigerianer einen Fehler von Juan Miranda zur Vorlage auf Andrich, der zu seinem ersten Bundesliga-Tor vollendete. Bitter für den nach Gelb-Rot-Sperre zurückgekehrten Mittelfeldabräumer: Später sah er seine zehnte Gelbe Karte und fehlt am kommenden Samstag beim 1. FC Köln.

Erstmals führte Union wieder in einem Spiel nach der Corona-Pause. Und das tat den Eisernen gut. Andersson (13.), Florian Hübner (15.) und Ujah (24.) hatten beste Chancen zu erhöhen. Die Lücken in der Schalker Defensive waren bedenklich. Eine richtige Torchance hatte Schalke in der ersten Halbzeit nicht und kam dennoch zum Ausgleich - und das auch noch in Unterzahl. Als Rabbi Matondo angeschlagen behandelt wurde, zeigte Union ungewohnte Passivität in der ganzen Deckung. Kenny zog aus der Distanz ab und traf genau ins Eck.

Union zog sich in der zweiten Halbzeit mehr zurück. Offensichtlich war den Eisernen der eine Punkt doch zu wichtig, um weiter Risiko zu gehen. Schalke konnte das wachsende Übergewicht aber nicht zu zwingenden Aktionen nutzen. Die Konzeptlosigkeit der Gäste hätte Keven Schlotterbeck (87.) fast noch bestraft, aber 04-Torwart Alexander Nübel verhinderte das zweite Berliner Tor.

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