Kölner Polizeipräsident warnt vor falschem Korpsgeist

Nach der Aufdeckung von Chatgruppen mit rechtsextremen Inhalten bei der nordrhein-westfälischen Polizei hat der Kölner Polizeipräsident Uwe Jacob vor einem falschen Korpsgeist gewarnt. In einem Brief an alle Beschäftigten der Polizei Köln schrieb Jacob, der kollegiale Zusammenhalt sei unverzichtbar. „Problematisch wird es aber, wenn ein Korpsgeist entsteht, der inakzeptable Verhaltensweisen durch Gruppendruck oder andere Vereinbarungen zur „Verschlusssache“ erklärt. Hier sind wir alle gefordert.“

18.09.2020, 17:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Uwe Jacob spricht auf einer Pressekonferenz . Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Uwe Jacob spricht auf einer Pressekonferenz . Foto: Oliver Berg/dpa/Archivbild

Die Frage, ob verfassungsfeindliche Gesinnungen im privaten oder im dienstlichen Umfeld bekannt würden, spiele dabei keine Rolle. „Polizistinnen und Polizisten können wegen des besonderen Vertrauens, das der Staat und die Bevölkerung in sie setzen, nicht „privat“ wegsehen, um dienstlich nicht handeln zu müssen“, stellte Jacob klar. „Wir müssen die bestehende Kultur des Hinsehens und Handelns fördern.“

Wegen der Chatgruppen sind laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) 30 Polizisten vorläufig vom Dienst befreit worden. Ein von Reul eingesetzter Sonderbeauftragter soll nun ein Lagebild zu rechtsextremistischen Tendenzen bei der Polizei erstellen.

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