Kölner Karnevalschef kann sich keinen Straßenkarneval vorstellen

Coronavirus

Köln ohne Karneval? Das ist kaum vorstellbar, könnte aber Realität werden. Nach den Bedenken des Bundesgesundheitsminister ist nun auch der Kölner Karnevalschef skeptisch.

Köln

19.08.2020, 11:17 Uhr / Lesedauer: 2 min
Momentan sind die Chancen eher gering, dass es in diesem Jahr einen Straßenkarneval geben wird.

Momentan sind die Chancen eher gering, dass es in diesem Jahr einen Straßenkarneval geben wird. © picture alliance/dpa

Auch der Präsident des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, kann sich angesichts von Corona keinen Straßenkarneval vorstellen. „Der Straßenkarneval, der Kneipenkarneval, das sind so Elemente, die wir uns nicht vorstellen können“, sagte Kuckelkorn am Mittwoch bei WDR2. „Auch Ballveranstaltungen können wir uns nicht vorstellen.“ Anders sei es bei Karnevalssitzungen mit Hygienekonzept. Man könne ja auch mit Maske in ein Restaurant gehen und diese dann am Platz abnehmen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte sich zuvor wegen der Corona-Pandemie skeptisch dazu geäußert, ob im kommenden Winter Karneval stattfinden könne. Natürlich müsse der Sicherheitsabstand eingehalten werden, sagte Kuckelkorn. Alkohol sei sicherlich eine Komponente, die man berücksichtigen müsse. „Vielleicht gibt es ja auch Veranstaltungen, in denen es auch gar keinen Alkohol mehr gibt oder nur noch eingeschränkt Alkohol.“

Künstler würden vielleicht anteilsmäßig auf ihre Gage verzichten. Die Vereine müssten jetzt herausarbeiten, was der Kern des Karnevals sei und diesen klein inszenieren. „Das ist auch eine große Chance.“ Kuckelkorn sagte, Mitte September werde man vom Landesgesundheitsministerium die vorgelegten Hygienekonzepte bewertet zurückbekommen.

Dann werde sich zeigen, wie der Karnevalsbeginn am 11.11. ablaufen werde. „Nach dem 11.11. wissen wir die Auswirkungen, wissen, wie’s funktioniert hat, und das sind dann die Erfahrungswerte, die wir für die Session brauchen.“

Bernd Stelter: „10.000 Menschen werden nicht funktionieren“

Der Komiker und Fernsehmoderator Bernd Stelter ist gegen eine generelle Karnevalsabsage. „Karneval kann man nicht absagen, das ist Teil des Kalenders“, sagte der 59-Jährige am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Was man absagen kann, sind Veranstaltungen. Da muss man mal ein bisschen kreativ sein. Einfach so wie früher 10.000 Mann in die Kölnarena, alle schunkeln, bützen und singen laut, das wird sicher nicht funktionieren, das ist völlig klar.“

Andererseits sei Karneval aber auch ein Ausdruck der Lebensfreude, „und Lebensfreude haben wir im Moment mal wirklich zu wenig“. Deswegen solle man sich schon fragen: Was kann man denn machen? „Nur einfach sagen ‚Es ist verboten‘, reicht da nicht aus.“

Für viele Künstler wäre eine komplett ausgefallene Karnevalssession außerdem existenzgefährdend. „Ich mach das jetzt seit 30 Jahren. Wenn das meine Existenz gefährden würde, dann hätte ich ganz viel falsch gemacht in den letzten Jahren“, sagte Stelter. „Ich werde daran nicht pleite gehen. Aber junge Kollegen, die das vielleicht erst seit ein, zwei, drei Jahre machen oder auch die ganzen Technikfirmen, für die sieht das ganz, ganz böse aus.“

dpa

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