Kölner Hausarzt: „Meine Hauptarbeit ist Kommunikation“

Der Kölner Hausarzt Andreas Koch hatte am Montagmorgen eine lange Schlange von Patienten vor seiner Praxis - und musste sich etwas einfallen lassen. Der Allgemeinmediziner brauchte eine schnelle Methode, um mögliche Corona-Infizierte von seinen sonstigen Patienten fernzuhalten. Alle regulären Termine hat er aus Kapazitätsgründen erst einmal gestrichen.

02.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hausarzt Andreas Koch telefoniert in seiner Praxis. Foto: Oliver Berg/dpa

Hausarzt Andreas Koch telefoniert in seiner Praxis. Foto: Oliver Berg/dpa

„Ich versuche natürlich, die Panik rauszunehmen. Heute Morgen habe ich mich vor die Tür gestellt und jeden einzelnen abgefragt“, sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur. „Im Moment ist meine Hauptarbeit zu reden: Kommunikation“.

Von allen Patienten mit einem Erkältungsinfekt habe er sich die Namen aufgeschrieben und sie dann erst einmal wieder nach Hause geschickt. Anschließend habe er sie nacheinander angerufen und befragt. Aufgrund dieser Gespräche entscheide er jeweils, ob er dem Patienten eventuell einen Hausbesuch abstatte oder ihn außerhalb der Sprechzeiten noch einmal isoliert einbestelle.

Er frage auch danach, ob der Patient in den vergangenen drei Wochen in China, im Iran oder in Oberitalien gewesen sei oder ob er mit einem nachweislich Infizierten in Kontakt gekommen sei. Falls das so sei, stelle sich als nächstes die Frage, ob der Patient Symptome habe. Wenn er keine habe, bleibe er erst einmal nur zu Hause. Habe er Symptome, bespricht Koch das weitere Vorgehen mit dem Gesundheitsamt. Er dürfe auch sein Team nicht gefährden. „Wenn wir in Quarantäne gesteckt werden, können wir nichts mehr tun.“

Reguläre Termine habe er erst einmal gestrichen, sagte Koch. „Ich habe meine Ansage auf dem Anrufbeantworter dahingehend geändert, dass ich im Augenblick meine regulären Sprechzeiten nicht einhalten kann.“ Er werde jeden Morgen wieder neu abschätzen, wie sich die Lage darstelle. Der große Vorteil des Hausarztes sei, dass er seine Patienten kenne und sie dementsprechend gut einschätzen könne.

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