Corona-Lockerungen: Nur vereinzelte Verstöße

Das sonnige Wetter hat am Pfingstwochenende viele Menschen nach draußen gezogen. Zum Start der gelockerten Corona-Regeln hat es in NRW vereinzelt Verstöße gegen die Schutzmaßnahmen gegeben.

01.06.2020, 13:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die zum Pfingstwochenende gelockerten Corona-Regeln in Nordrhein-Westfalen sind nach Behördenangaben überwiegend befolgt worden. In einigen Städten gab es aber auch Probleme, wie Polizeidienststellen und Ordnungsämter berichteten.

In Essen löste die Polizei in der Nacht zu Sonntag eine Party in einer Disco auf. Wie ein Sprecher am Montag mitteilte, waren die Beamten zu einer Schlägerei gerufen worden. Im Zuge des Einsatzes entdeckten die Polizisten die Party mit etwa 50 Personen. Es wurde Anzeige gegen den Disco-Betreiber und die Gäste erstattet.

Die Düsseldorfer Polizei hatte in der Altstadt in der Nacht von Freitag auf Samstag „relativ viel zu tun“, wie eine Sprecherin sagte. Mehrere größere Gruppen von vor allem jungen Leuten seien aufgelöst worden. Auch sei die Rheintreppe am zentralen Burgplatz geräumt worden. Am Samstag sei die Innenstadt recht voll gewesen, in der Nacht zu Sonntag habe es im Ausgehviertel aber weniger Vorfälle gegeben, sagte die Polizei-Sprecherin am Montag. Die „Rheinische Post“ zitierte einen Altstadt-Türsteher mit Blick auf den Samstagabend mit den Worten: „Anfangs waren die Leute noch vorsichtig. Jetzt ist es vielen egal.“

Auch in Köln griff das Ordnungsamt vermehrt bei größeren Gruppen Jugendlicher oder junger Erwachsener ein, die sich nicht an die Schutzregeln hielten. Das Ordnungsamt teilte am Montag mit, „dass einige die Maßnahmen des Infektionsschutzes kaum noch ernst nehmen“. Es herrsche außerdem eine „aggressivere Stimmung“ als zu Beginn der Corona-Einschränkungen. Insgesamt hat es von Freitag bis Sonntag 108 Verstöße gegen die Regeln gegeben.

Seit Samstag ist vieles in Freizeit, Kultur und im Sport wieder erlaubt - aber unter Hygiene-Auflagen. Wenn die Kontakte zurückverfolgt werden können, dürfen sich wieder Gruppen von bis zu zehn Personen im öffentlichen Raum bewegen, auch wenn sie aus mehr als zwei Haushalten kommen.

Viele größere Städte in NRW meldeten trotz sonnigen Wetters und volleren Innenstädten keine größeren Probleme mit den Corona-Regeln. In Bochum habe es keine besonderen Zwischenfälle gegeben, sagte eine Polizei-Sprecherin am Montag. Auch in Dortmund sei „alles ruhig geblieben“, teilte die Polizei mit. In Bonn war die Lage nach Angaben eines Sprechers ähnlich ruhig. Die Münsteraner Polizei teilte mit, dass „sich alles eingependelt habe“. In Aachen verzeichnete die Polizei ebenfalls keine größeren Probleme.

Optimismus zeigte am Wochenende NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) via Twitter. „Wenn jeder weiter - auch jetzt an Pfingsten - verantwortungsbewusst handelt, werden wir gut durch die größte Krise unserer Landesgeschichte kommen“, teilte er mit.

Auch Theater, Opern, Konzerthäuser und Kinos dürfen seit Samstag ihre Säle wieder öffnen - aber nur für maximal ein Viertel ihrer normalen Zuschauerkapazität bei einer Höchstgrenze von 100 Gästen. Der Mindestabstand von 1,5 Metern gilt weiter. Beim Sport ist noch nicht alles erlaubt, aber möglich sind jetzt Kontaktsport mit bis zu zehn Personen sowie Wettkämpfe im Breiten- und Freizeitsport im Freien. Im Übrigen bleibt der Sport-, Trainings- und Wettkampfbetrieb mit unvermeidbarem Körperkontakt aber weiterhin untersagt. Bahnen-Schwimmbecken hingegen dürfen wieder öffnen - auch in Hallenbädern.

Busreisen sind unter Einhaltung von Infektionsschutzregeln ebenfalls wieder möglich. Fahrgäste müssen sich aber vor jedem Betreten des Busses die Hände waschen oder desinfizieren. Bordtoiletten bleiben außer Betrieb. Kinder und Jugendliche dürfen wieder zu Ferienfreizeiten oder in die Stadtranderholung - ebenfalls unter Hygieneauflagen.

Weitere Meldungen