Klinikum Lünen/Werne: Acht Millionen Euro fließen in moderne Medizin

dzInterventionszentrum

Das Klinikum Lünen/Werne baut um. Acht Millionen Euro fließen in ein modernes Zentrum für Patienten mit komplexen Herzerkrankungen oder Schlaganfällen. Eine Brücke verbindet die Gebäude.

Lünen

, 14.07.2020, 12:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Neue Fenster wurden schon eingesetzt, ansonsten sind blanke Betonwände und Schienen für den Trockenbau zu sehen. In der ehemaligen Apotheke des D-Baus und den einstigen Räumen der Urologie im gegenüberliegenden B-Bau des Katholischen Klinikums Lünen/Werne (KKWL) soll künftig das neue interdisziplinäre Interventionszentrum entstehen. Hinter dem sperrigen Namen verbirgt sich ein neuer Trakt mit modernster Technik für Kardiologen und Neuroradiologen.

Acht Millionen Euro lässt sich das Klinikum das Zukunftsprojekt kosten. „Ein Quantensprung für das Haus“, freut sich Prof. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie. Das Zentrum eröffnet nicht nur seiner Klinik neue Möglichkeiten. Auch die Neuroradiologie, die Schlaganfall-Patienten Blutgerinsel aus verstopften Gefäßen entfernt, wird ihre Kapazitäten ausweiten können.

Vier statt zwei Herzkatheter-Labore

Vier Herzkatheter-Labore, zwei davon mit OP-Standard, sollen dann den Medizinern zur Verfügung stehen. Die Eröffnung ist im Frühjahr nächsten Jahres geplant. Bisher arbeitet die Kardiologie mit zwei Herzkatheter-Messplätzen auf unterschiedlichen Etagen. Künftig soll die Behandlung der Patienten auf einer Ebene in dem Zentrum stattfinden. Eine 15 Meter lange Brücke wird Aufwach-und Vorbereitungsräume mit den Katheter-Laboren verbinden.

„Die Behandlung kann organisatorisch optimiert werden“, erläutert Michael Goepfert, technischer Leiter. Lange Wege entfallen, Patienten kommen besser und schnell zur Behandlung.

Von den vier neuen Geräten wird eins gemeinsam mit den Neuroradiologen genutzt. Sie verfügen dann über zwei Behandlungsplätze. Dadurch können Patienten parallel versorgt werden. Das ist zurzeit nicht möglich: Wenn gerade ein geplanter Eingriff durchgeführt wird und zusätzlich ein Notfall kommt, muss momentan ein Patient in ein anderes Haus verlegt werden. „Das bedeutet Zeitverlust“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Matthias König, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie. Durch das neue Zentrum können die Patienten in Lünen bleiben.

In den Räumen der ehemaligen Apotheke richtet das Klinikum ein neues Zentrum mit vier modernen Herzkatheter-Laboren ein. In der Baustelle (v.r.): Priv-Doz. Dr. Matthias König, Chefarzt der Neuroradiologie, Prof. DR.- Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie, Geschäftsführer Axel Weinand und Michael Goepfert, technischer Leiter.

In den Räumen der ehemaligen Apotheke richtet das Klinikum ein neues Zentrum mit vier modernen Herzkatheter-Laboren ein. In der Baustelle (v.r.): Priv-Doz. Dr. Matthias König, Chefarzt der Neuroradiologie, Prof. Dr. Christian Perings, Chefarzt der Kardiologie und Pneumologie, Geschäftsführer Axel Weinand und Michael Goepfert, technischer Leiter. © Quiring-Lategahn


Auch Patienten aus Werne profitieren

Profitieren werden auch Patienten des St. Christophorus-Krankenhauses Werne, das zum KKWL gehört. Sie kommen zweimal wöchentlich zur invasiven Diagnostik nach Lünen. Demnächst können sie verlässlich behandelt werden, weil Wartezeiten durch Notfälle entfallen.

Die neuen Herzkatheter-Labore werden nicht auf dem Fußboden montiert, sondern auf Wunsch der Ärzte von der Decke hängen. Das macht sie besser zugänglich. Für die Statik ist das allerdings eine besondere Herausforderung. 25 Tonnen Stahl müssen zusätzlich in die Decke montiert werden.

Die geringere Strahlung ist für Patienten und Personal schonender. Für die Ärzte ist die moderne Software von Bedeutung. So werde beispielsweise das Ausmaß der Einengung von Herzkranzgefäßen automatisch berechnet. Auch für die Neuroradiologen, die anderthalb Millimeter kleine Gefäßstützen einsetzen, ergibt sich durch die Präzision der neue Geräte ein genaueres Bild.

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Zwei der neuen Herzkatheter-Labore verfügen über Anästhesie-Einheiten. Das bedeutet, dass auch beatmete Patienten nach Wiederbelebung oder Schlaganfall sofort dort behandelt werden können. Denn direkt bei den Kardiologen haben auch Anästhesisten ihren Arbeitsplatz. Eine spezielle Lüftung sorgt für Bedingungen auf dem Niveau eines Operationssaals. Weil das neue Zentrum auch mit der Zentralen Aufnahme verbunden ist, können Notfälle direkt auf der Transportliege dorthin gebracht werden. Sie müssen nicht mehr umgelagert werden.

Mit dem neuen Interventionszentrum spiele Lünen in der Top Liga der deutschen Spitzenmedizin, ist Perings überzeugt.

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