Kirchenrechtler: „Super-Gau für das Erzbistum Köln“

Der Kirchenrechtler Thomas Schüller hat die Entscheidung des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki, ein mit Spannung erwartetes Missbrauchsgutachten nicht zu veröffentlichen, als „Super-Gau für das Erzbistum Köln und alle involvierten Beteiligten“ bezeichnet.

30.10.2020, 15:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Kirchenrechtler Thomas Schüller. Foto: -/Wwu Münster/dpa

Kirchenrechtler Thomas Schüller. Foto: -/Wwu Münster/dpa

Woelki hatte am Freitag mitgeteilt, dass er das von ihm in Auftrag gegebene Gutachten einer Münchner Anwaltskanzlei nicht veröffentlichen will. Er begründete dies mit erheblichen Mängeln, die das Gutachten aufweise. Stattdessen hat er ein neues Gutachten bei einem Kölner Juristen bestellt. Das Gutachten sollte untersuchen, wie die Verantwortlichen im Erzbistum Köln in der Vergangenheit mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen Priester umgegangen sind.

Schüller sagte der Deutschen Presse-Agentur, man könne die Kritik an dem Münchner Gutachten nur dann valide juristisch bewerten, wenn man es im Wortlaut nachlesen könne. Das sei ein Gebot der Fairness. „Auf dem Rücken der Opfer werden gutachterliche Fechtereien inszeniert, die die Aufklärung von Verantwortlichkeit im Erzbistum Köln verschleppen und verzögern“, kritisierte Schüller. „Ein dunkler Tag für das Erzbistum Köln und den Kölner Kardinal Woelki und ein bitterer Tag für die Opfer.“

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