Kindergeld beantragen soll zukünftig leichter werden

Staatliche Leistungen

Frischgebackene Eltern sollen staatliche Leistungen wie Kindergeld künftig einfacher beantragen können. In Zukunft sollen viele staatliche Leistungen auch online beantragt werden können.

Berlin

28.06.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Zugang zu Kindergeld und anderen staatlichen Leistungen soll vereinfacht werden.

Der Zugang zu Kindergeld und anderen staatlichen Leistungen soll vereinfacht werden. © picture alliance/dpa

Frischgebackene Eltern sollen staatliche Leistungen für ihr Kind ab 2022 deutlich einfacher beantragen können. Das Bundeskabinett hat am Mittwoch ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es möglich machen soll, die Geburtsurkunde, das Elterngeld, das Kindergeld und später auch den Kinderzuschlag in einem Rutsch online zu beantragen.

Kinderzuschlag kann bereits online beantragt werden

Bisher ist es für Eltern schwer, hier den Durchblick zu behalten: Der Antrag auf Kindergeld muss ausgedruckt und schriftlich an die Familienkasse geschickt werden. Anträge auf Kinderzuschlag - eine Leistung für Familien mit wenig Einkommen - können bereits online gestellt werden. Beim Elterngeld gibt es in einigen Bundesländern Online-Anträge, in anderen nicht. Die Geburt des Kindes muss beim Standesamt angezeigt werden, das dann die Geburtsurkunde ausstellt, die wiederum nötig ist, um Elterngeld zu beantragen.

Eltern entlasten: Mütter und Väter müssen künftig weniger Papiernachweise beilegen

„Gerade nach der Geburt gibt es wichtigeres, als sich mit Behördengängen und Formularen zu beschäftigen“, sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) laut einer Mitteilung seines Ministeriums, das neben dem Bundesfamilienministerium für das „Digitale-Familienleistungen-Gesetz“ zuständig ist.

“Eltern sollen mehr Zeit für ihre Kinder haben und von Bürokratie entlastet werden“, sagte Familienministerin Franziska Giffey (SPD). Eltern müssen ihren Angaben zufolge künftig für den Einmal-Antrag auch weniger Papiernachweise beilegen. Notwendig sei allerdings auch eine Zustimmung, dass die verschiedenen Behörden die erforderlichen Daten und Informationen untereinander elektronisch austauschen dürfen.

Auch Verfahren zur Beantragung von Elterngeld sollen beschleunigt werden

Das Gesetz muss noch durch Bundestag und Bundesrat. Ein erster Pilotversuch mit dem geplanten Kombiantrag soll noch in diesem Jahr in Bremen starten. Weitere Pilotprojekte sind nach Giffeys Angaben im nächsten Jahr in anderen Bundesländern geplant. Ab 1. Januar 2022 sollen dann alle Eltern bundesweit die Möglichkeit haben, mit einem Antrag die genannten Leistungen zu beantragen.

Der familienpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Grigorios Aggelidis sagte am Mittwoch, die Kabinettsentscheidung sei ein wichtiger erster Schritt. Wichtig sei aber auch, dass die Verfahren, etwa zur Beantragung von Elterngeld, insgesamt deutlich beschleunigt würden und Eltern nicht weiterhin Monate auf das Geld warten müssten.