Kein Mundschutz gegen Corona: Pflegedienst aus Schwerte bittet um Hilfe

dzVersorgungsengpass

Zu wenige Hygieneartikel – das macht nicht nur den Krankenhäusern zu schaffen. Auch der Schwerter Pflegedienst Jonuschies ist auf Mundschutz und Ähnliches angewiesen und bittet um Spenden.

Schwerte

, 28.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schwerter Pflegebüro Jonuschies kümmert sich täglich um 250 Kunden in Schwerte, Dortmund und Iserlohn. Die Mitarbeiter helfen bei der Medikamentenvergabe, der Insulinversorgung, bei Kompressionstherapien und Vielem mehr. Ein Großteil der Kunden, die der Pflegedienst täglich versorgt, gehört zu Corona-Risikogruppe.

Der momentane Versorgungsengpass für Hygieneartikel macht allerdings auch Jonuschies zu schaffen. Es fehlt an Desinfektionsmittel, Handschuhen und Mundschutzen für Kunden und Mitarbeiter.

Desinfektionsmittel zur Zeit nicht bezahlbar

Normalerweise erhält der Pflegedienst Jonuschies Desinfektionsmittel, Handschuhe und Mundschutze vom Marienkrankenhaus. Das ist momentan nicht möglich, da das Krankenhaus seine Vorräte selber verwenden muss. „Alleine kommen wir da leider nicht dran“, berichtet Björn Sagner, der stellvertretende Pflegedienstleiter. „Die Preise, für die Desinfektionsmittel angeboten wird, sind für uns nicht bezahlbar.“

Die Einhaltung der Hygiene sei für den Pflegedienst enorm wichtig – 80 bis 90 Prozent seiner Kunden gehören zur Risikogruppe. Falle die Versorgung seiner Kunden weg, falle dies auch zur Last des Krankenhauses. „Sollte unsere Versorgung unterbrochen werden, werden 60 bis 70 Prozent unsere Kunden im Krankenhaus landen“, erklärt Sagner: „Genau das wollen wir vermeiden.“

Immer wieder müssen Björn Sagner und Heike Rosigkeit so wie das ganze Team vom Pflegedienst Jonuschies ihre Hände desinfizieren. Deswegen sind sie dankbar für jede Spendenflasche des derzeit raren Mittels.

Immer wieder müssen Björn Sagner und Heike Rosigkeit so wie das ganze Team vom Pflegedienst Jonuschies ihre Hände desinfizieren. Deswegen sind sie dankbar für jede Spendenflasche des derzeit raren Mittels. © Reinhard Schmitz

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Spendenaufruf um Risiko einzudämmen

Um das Risiko für seine Mitarbeiter und Kunden einzudämmen, ist der Pflegedienst Jonuschies auf Hilfe angewiesen. Wer noch Altbestände an Desinfektionsmittel, Mundschutzen und Handschuhen zuhause habe, könne diese spenden.

Auf die Idee kam Björn Sagner durch eine ehemalige Kundin, deren Mann ins Pflegeheim gekommen ist. „Die Kundin hatte noch Altbestände von der häuslichen Versorgung ihres Mannes zuhause“, berichtet Sagner. „Sie hat uns dann ihre kompletten Bestände gespendet.“

Eine weitere ehemalige Kundin habe Mundschutze für die Belegschaft genäht. „Das sind zwar keine Medizinprodukte. Aber es hilft, die Infektionskette zu minimieren.“

Spenden ohne persönlichen Kontakt

Wer noch Altbestände Zuhause habe oder Zeit habe Mundschütze zu nähen, kann sich unter der Telefonnummer 02304/981820 beim Pflegedienst Jonuschies melden und einen Termin ausmachen.

Um den persönlichen Kontakt zu vermeiden, könne man die Artikel nach Absprache auch vor die Haustür legen, sodass ein Mitarbeiter des Pflegedienstes sie abholen kann. Das Büro des Pflegedienstes an der Hagener Straße ist momentan geschlossen.

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