Werner Kaufhaus beschäftigt verdeckte Detektive - aber nicht nur wegen Ladendiebstahls

dzKaufhausdetektive

Kürzlich in einem Werner Kaufhaus: Der Detektiv wird ausgerufen. Für ein Kaufhaus dieser Größenordnung scheint das nicht selbstverständlich. Aber das Unternehmen ist seit Jahren überzeugt von dem Modell.

Werne

, 09.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das typische Bild des Kaufhausdetektivs kennt man nicht nur aus spannenden Kriminalgeschichten: Möglichst unauffällig steht er zwischen den Waren und richtet seinen scharfen Blick auf alles und jeden, der sich im Geschäft bewegt. Das passiert nicht nur in der Fiktion, sondern auch mitten in einem Kaufhaus in Werne.

„Kaufhausdetektiv an die 40, schnell!“ schallt es durch die Lautsprecher des Geschäfts. Wo „die 40“ ist und wer der Detektiv ist, der zum besagten Ort eilen soll, das erfährt der Kunde nicht. Der kauft seelenruhig weiter ein.

Detektive rotieren in der Region

„Tatsächlich läuft die Arbeit eines Kaufhausdetektivs ziemlich genau so ab, wie man sie aus Kinderbüchern kennt. Er hält sich einige Stunden im Laden auf und schützt so die Waren, Mitarbeiter und Kunden“, erklärt Roland Rissel, Pressesprecher von Woolworth. Wie viele Detektive in der Region unterwegs sind und wie viel Zeit sie in Werne verbringen, das darf Rissel nicht verraten.

„Wir haben mehrere Detektive fest eingestellt, die regelmäßig zwischen den Niederlassungen rotieren. So stellen wir sicher, dass sie nicht von den Kunden erkannt werden“, so Rissel. „Wenn sich jeden Tag der selbe Herr auffällig lange im Laden aufhält, dann liegt ja nahe, dass die Kunden ihn als Detektiv entlarven.“

Schutz vor Diebstahl und Vandalismus

Bereits seit einigen Jahren arbeitet das Unternehmen mit Kaufhausdetektiven. Um die Kontrolle über alle Prozesse im Laden zu behalten, arbeite Woolworth generell nicht mit Fremdfirmen, sondern stelle das Personal fest ein.

Kunden des Werner Woolworth mögen sich fragen: Braucht ein Laden in dieser Größenordnung einen eigenen Kaufhausdetektiv? „Ja, auf jeden Fall“, sagt Rissel. „Es kommt auch in kleineren Filialen immer wieder vor, dass Waren geklaut werden. Auch vor Vandalismus soll der Detektiv schützen“, fügt er hinzu.

Genaue Zahlen dazu liegen dem Unternehmen nicht vor.

In schweren Fällen wird die Polizei gerufen

„Der Detektiv beobachtet suspekte Personen. Hinweise dazu bekommt er auch von den Mitarbeitern. Wenn sich jemand auffällig lange in der Umkleide befindet oder fünfmal um dasselbe Regal schleicht, ohne etwas herauszunehmen, dann wird die Person angesprochen. Häufig klärt sich das dann auf - in manchen Fällen muss aber auch die Polizei gerufen werden“, so Rissel.

„Verbaler Vandalismus“ komme ebenfalls immer wieder vor. Wenn das Personal von Kunden beschimpft oder anderweitig angegangen wird, steht der Detektiv als Schlichter zur Seite. Rund zehn Mitarbeiter im Woolworth-Shirt arbeiten in der Filiale in Werne - ab und an unterstützt durch einen verdeckten Mitarbeiter, den niemand erkennen darf.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Schulen in Corona-Krise
Heimunterricht ist für Schüler eine Chance, für Lehrer eine Zumutung
Hellweger Anzeiger Lieferdienst in Corona-Krise
Großhändler B&G Getränke reagiert mit Online-Shop auf die Corona-Krise
Hellweger Anzeiger Nachbarschaftshilfe
Nachbarschaftshilfe in Werne: Zwischen gutem Willen und gestressten Mitmenschen