Kampf gegen Eichenprozessionsspinner: Stadt sieht sich gut gerüstet für die heiße Phase

Eichenprozessionsspinner

Im Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner sieht sich die Stadt vorerst gut gerüstet. Doch auf Seiten der Politik gibt es an einigen Stellen Zweifel.

Werne

, 05.03.2020, 16:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Nest voller Raupen des Eichenprozessionsspinners: Die Stadt Werne rüstet sich für den Kampf gegen das giftige Tierchen.

Ein Nest voller Raupen des Eichenprozessionsspinners: Die Stadt Werne rüstet sich für den Kampf gegen das giftige Tierchen. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Stadt rüstet sich weiter für den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS). Eine Liste mit mehreren „Methoden“ lag am Mittwoch, 4. März, im Ausschuss für den Kommunalbetrieb Werne (KBW) auf dem Tisch. Die Maßnahmen reichen von Bakterienpräparaten und innovativen Fallen über das Anbringen von Nistkästen bis hin zum bewährten Absaugen der Nester – je nachdem, in welchem Entwicklungsstadium sich der EPS gerade befindet.

Laut Bauhofleiter Detlef Bruns ist man auf die heiße Phase der Bekämpfung der Raupe zwischen Frühjahr und Herbst gut vorbereitet – sowohl personell als auch mit Blick auf das Material. So stellt die Stadt unter anderem zwei zusätzliche Gärtner ein, die sich vor allem um die giftige Raupe kümmern sollen.

Spezielle Schulungen für Mitarbeiter

Die Mitarbeiter werden zudem speziell geschult in Sachen EPS-Bekämpfung. 150 Schutzanzüge liegen beim Bauhof bereit und auch eine Hubarbeitsbühne ist für die kommenden Monate schon reserviert. Sie kommt zum Einsatz, wenn die Arbeiter die Raupennester nicht vom Boden aus absaugen können.

Trotz der Aufrüstung ist jedoch auch klar: Die Stadt wird sich – aufgrund der begrenzten Kapazitäten und der rechtlichen Situation – lediglich um den Befall auf kommunalen Flächen kümmern können. Das sorgte nicht bei allen Ausschussmitgliedern für Begeisterung. Klaus Schlüter (Grüne) betonte etwa, man müsse auch den Privatleuten beim Kampf gegen den EPS helfen.

Ferdinand Schulze Froning (CDU) sah das anders. Der Privatmann könne bei der Beseitigung auch selbst mit anpacken – sofern er sich vorab entsprechend informiere. „Und das machen die Leute ja auch“, so Schulze Froning.

Besorgt zeigte sich hingegen Marita Funhoff. Der Grund: Die Werner Kitas sind nicht in kommunaler Trägerschaft. Streng genommen würde der Bauhof daher nicht tätig werden, wenn ein Baum auf einem Kita-Grundstück vom EPS befallen wäre. „Aber da haben wir doch eine Verantwortung. Es kann ja nicht sein, dass wir uns dann beispielsweise nur um den angrenzenden Weg kümmern“, so Funhoff. KBW-Leiter Frank Adamietz räumte die Bedenken jedoch aus dem Weg. Natürlich würde man auch auf dem Gelände der Kitas tätig werden – sofern erforderlich.

Dass die Stadt in Sachen EPS-Bekämpfung gänzlich ohne externe Hilfe auskommt, erscheint zudem fraglich. Hierzu heißt es seitens der Verwaltung: „Nichtsdestotrotz soll bei massivem Auftritt der EPS und gleichzeitigem Personalengpass eine externe Fachfirma auf Stundenbasis beauftragt werden.“ Diese könne jedoch – im Gegensatz zu den stadteigenen Mitarbeitern – nur unterstützend tätig werden und keine Garantie geben, für spontane Einsätze sofort zur Verfügung zu stehen.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Freiwillige Feuerwehr
Kameraden mit Distanz im Einsatz: Corona-Krise stellt Werner Feuerwehr vor Herausforderung
Hellweger Anzeiger Nordtor-Kneipe in Werne
Coronavirus macht Nordtor-Betreibern nur Wochen nach Eröffnung Strich durch Rechnung
Hellweger Anzeiger Die Lage in Stockum
Corona-Krise in Werne: Tankstellen-Tristesse, Zigaretten-Hamstern, Einkaufswagen-Pflicht bei Lidl