Jede zehnte Schule in NRW hat keinen regulären Chef

Integration, Inklusion, Digitalisierung - die Leitung einer Schule ist im Laufe der Jahre immer anspruchsvoller geworden. Der Lohn für den Spagat lohnt aus Sicht vieler Lehrer allerdings die Mühen nicht: In NRW sind Schulleiter daher weiter dringend gesucht.

21.03.2020, 10:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Schild weist vor einer Schule auf einen für die Schulleitung reservierten Parkplatz hin. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild/Symbolbild

Ein Schild weist vor einer Schule auf einen für die Schulleitung reservierten Parkplatz hin. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild/Symbolbild

Mehr als jede zehnte Schule in Nordrhein-Westfalen hat keinen regulären Leiter. An den 4878 Schulen des Landes fehlen derzeit immer noch 502 Rektoren oder Direktoren. Das teilte das Schulministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit.

Demnach hat sich die Besetzungsquote in den vergangenen beiden Jahren leicht, aber stetig verbessert. Quer über alle Schulformen liegt sie aktuell bei 89,71 Prozent. Ein Jahr zuvor lag die Gesamtbesetzungsquote mit 89,22 Prozent ein Paar Zehntel schlechter und 2018 nur bei 86,15 Prozent.

Die Landesregierung arbeite weiter daran, die Lücken an den Schulen zu schließen und mit attraktiven Arbeitsbedingungen mehr Lehrkräfte für diese Posten zu gewinnen, versicherte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). „Bis dahin sorgen Vertretungsregelungen dafür, die Herausforderungen der Schulen abzufedern.“

Gebauer warb für die Aufgabe, deren Vielfalt und Gestaltungsspielraum mit der Position eines Managers zu vergleichen sei. Schulleiter seien „Führungspersönlichkeiten, deren Engagement der Schule einen individuellen Stempel aufdrückt“, betonte sie.

Die beste Besetzungsquote unter den elf aufgelisteten Schulformen - darunter auch kleine Schulversuche wie Primus- oder Gemeinschaftsschulen - haben mit rund 95 Prozent weiterhin Gymnasien und Berufskollegs, dicht gefolgt von den Gesamtschulen (rund 94 Prozent). Die schlechteste Besetzungsquote auf den Chefsesseln der klassischen allgemeinbildenden Schulformen haben mit rund 84 Prozent die Hauptschulen. Hier hat sich die Lage im Vergleich zu den beiden Vorjahren (2019: rund 78 Prozent, 2018: rund 68 Prozent) allerdings sichtbar verbessert.

Gemessen an den absoluten Zahlen fehlen vor allem Grundschulrektoren: Die 2713 Grundschulen in NRW haben 303 leere Chefsessel zu vergeben bei einer Besetzungsquote von knapp 89 Prozent.

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