Jede vierte Corona-Neuinfektion in NRW nach Reiserückkehr

Die Schulferien im bevölkerungsreichsten Bundesland sind zu Ende. Etwa jede vierte Corona-Neuinfektion in NRW ist derzeit auf Reiserückkehrer zurückzuführen.

12.08.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa jede vierte aller bestätigten Corona-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen ist derzeit auf Reiserückkehrer zurückzuführen. Das teilte das NRW-Gesundheitsministerium am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Dabei gehe es sowohl um die Rückkehr von Reisen im Inland als auch aus dem Ausland.

Die Zahlen beruhten auf Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden, erklärte ein Sprecher. Da sie bei positiven Tests die Infektionskette zurückverfolgten, sei bei rund 25 Prozent der bestätigten Corona-Fälle ein Reise-Bezug zutage getreten.

Anders als die Corona-Testzentren an den Flughäfen, die nur die Flugreisenden aus Risikoländern erfassen, würden bei den örtlichen Gesundheitsbehörden alle Fälle registriert, die mit Reisen in Zusammenhang stünden - „der Türkei-Urlauber ebenso wie Rückkehrer aus den Ferien in Buxtehude oder Geschäftsreisende“, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Das Testzentrum am größten NRW-Airport Düsseldorf bildet dementsprechend nur einen kleinen Ausschnitt ab. Hier waren am vergangenen Samstag nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein 71 von gut 1850 Abstrichen im Testzentrum positiv (Freitag: 46 von rund 1650 Abstrichen).

Die Corona-Infektionszahlen sind in den vergangenen Wochen bundesweit stetig gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldete am Mittwoch 1226 neue Infektionen im Vergleich zum Vortag (Datenstand 12.8., 0.00 Uhr). Das ist der höchste Wert seit Anfang Mai. NRW liegt laut NRW-Gesundheitsministerium mit 413 Neuinfektionen und der schlechtesten Entwicklung im Sieben-Tage-Zeitraum weit an der Spitze der Bundesländer.

In den Städten Hagen und Duisburg sind in den vergangenen sieben Tagen laut RKI knapp über 25 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner gezählt worden. Ab 50 können neue Regeln zur Eindämmung des Ansteckungsrisikos verhängt werden.

Die Landesregierung hatte am Dienstag sämtliche Corona-Verordnungen bis Ende August verlängert und zum Teil verschärft. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich in den vergangenen Tagen besorgt über die Entwicklung geäußert und die Bürger gemahnt, weiter die Abstands- und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Als einziges Bundesland startete NRW am Mittwoch mit Maskenpflicht auch im Unterricht ins neue Schuljahr. Ausgenommen sind nur die Grund- und Förderschüler der Primarstufe. Aber auch sie müssen auf den Fluren und dem sonstigen Schulgelände Masken tragen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 218 519 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete.

Der Vorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, mahnte angesichts der Zahlen, dass insbesondere Mitarbeiter in Heil- und Pflegeberufen eine hohe Verantwortung auch bei ihrer Reiseplanung hätten. „Denn als Reiserückkehrer führt ihr erster beruflicher Kontakt rasch zur Hochrisikogruppe“, warnte er. „Es zeigt sich, wie wichtig die verpflichtenden Tests sind.“

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