In NRW sollen 18 Galeria Karstadt Kaufhof-Häuser schließen

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern schließt Filialen im ganzen Land: Von Bielefeld bis Witten. Auch die Großstädte Düsseldorf, Dortmund und Essen trifft es hart.

19.06.2020, 17:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Mann geht mit einem Loopschal, den er zum Schutz über Mund und Nase gezogen hat, am Eingang der Filiale der Kaufhauskette Kaufhof vorbei. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Ein Mann geht mit einem Loopschal, den er zum Schutz über Mund und Nase gezogen hat, am Eingang der Filiale der Kaufhauskette Kaufhof vorbei. Foto: Fabian Strauch/dpa/Archivbild

Die geplanten Warenhaus-Schließungen bei Galeria Karstadt Kaufhof werden auch in Nordrhein-Westfalens Innenstädten tiefe Spuren Hinterlassen. Insgesamt sollen im bevölkerungsreichsten Bundesland 18 Warenhäuser geschlossen werden. Das geht aus einer internen Liste der Unternehmensgruppe hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Besonders hart trifft es den Firmensitz in Essen und die Stadt Dortmund. In beiden Städten sollen die verbliebenen beiden Warenhäuser geschlossen werden. In der Landeshauptstadt Düsseldorf sollen zwei von drei Filialen der Warenhauskette dicht machen. Hier soll nur die Filiale an der Königsallee erhalten bleiben.

Schließen sollen außerdem Filialen in Bielefeld, Bonn, Brühl, Gummersbach, Gütersloh, Hamm, Iserlohn, Köln Weiden, Leverkusen, Mönchengladbach Rheydt, Neuss und Witten.

Ein Sprecher von Verdi NRW übte scharfe Kritik an den Schließungsplänen. „Für uns ist keine Strategie darin erkennbar, wenn man in Großstädten wie Essen oder Dortmund beide Standorte schließen will.“ Der Gewerkschafter appellierte an Politiker und Vermieter, sich für den Erhalt der Warenhäuser einzusetzen. Sonst drohe eine Verödung der Innenstädte. Verdi werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

Bundesweit will Galeria Karstadt Kaufhof 62 seiner 172 Filialen schließen. Insgesamt 5317 Mitarbeiter werden dadurch nach Angaben des Gesamtbetriebsrates ihre Arbeit verlieren. Die Gewerkschaft Verdi hatte zuvor sogar von rund 6000 der noch 28 000 Beschäftigten gesprochen, die von dem Kahlschlag betroffen seien.

Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof bezeichnete die Maßnahmen als unvermeidlich. „Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden“, sagte der GKK-Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele Tausend Arbeitsplätze zu sichern. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar bis zu 80 Geschäfte dicht machen wollen.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die pandemiebedingte Schließung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Der vom Unternehmen mit dem Gesamtbetriebsrat und der Gewerkschaft Verdi ausgehandelte Sozialplan und Interessenausgleich sieht unter anderem vor, dass die gekündigten Mitarbeiter für mindestens sechs Monate in eine Transfergesellschaft wechseln können.

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