In NRW gilt seit Mitternacht ein verschärftes Kontaktverbot

Seit Mitternacht gilt: In NRW dürfen sich nicht mehr als zwei Menschen zusammen in der Öffentlichkeit bewegen. Auch der Besuch der Verwandtschaft im Pflegeheim wird untersagt. Das Land zieht im Kampf gegen das Coronavirus die Zügel an.

23.03.2020, 05:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus gilt seit Mitternacht in Nordrhein-Westfalen ein verschärftes Kontaktverbot. Die Landesregierung in NRW hatte sich in Abstimmung mit dem Bund und den meisten anderen Bundesländern darauf geeinigt, dass sich Menschen in der Öffentlichkeit maximal zu zweit bewegen dürfen. Ausnahmen gelten für Familien sowie in einem Haushalt lebende Personen - sie dürfen weiterhin gemeinsam unterwegs sein.

Zusätzlich gilt für Restaurants und Gaststätten eine neue Rechtsverordnung. Sie werden bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen. Außer-Haus-Verkauf und Lieferungen sind allerdings weiterhin möglich. Überall dort, wo beim Kontakt mit den Kunden ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, muss die Arbeit eingestellt werden. Das gilt für Friseure, Massagesalons und Tattoo-Studios.

Außerdem verfügte die NRW-Regierung im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus, Besuche in stationären Pflegeheimen jetzt grundsätzlich zu untersagen. Besuche sind nur noch erlaubt, wenn sie der medizinischen oder pflegerischen Versorgung dienten oder aus Rechtsgründen erforderlich sind. Die Heimleitungen sollen Ausnahmen unter Schutzmaßnahmen nur zulassen, wenn es medizinisch oder ethisch-sozial geboten sei. Das gelte etwa auf Geburts- und Kinderstationen sowie bei Palliativpatienten.

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen war am Wochenende in NRW weiter gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums gab es am Sonntag (Stand 11.00 Uhr) in NRW 7361 nachgewiesene Fälle - gut 600 mehr als am Vortag. 32 Menschen sind bislang am Coronavirus gestorben, ein Anstieg um 9 innerhalb eines Tages.

Am Wochenende hatten sich viele Menschen an die verschärften Ansammlungsverbote einiger Städte wie Leverkusen, Köln, Dortmund, Bochum und Gelsenkirchen gehalten. Die Innenstädte am Samstag und Sonntag glichen Geisterstädten. Nur vereinzelt vermeldeten Polizei und Ordnungsämter Verstöße auf Plätzen oder in Parks. Dortmunds Polizeipräsident lobte ausdrücklich die Disziplin in der Stadt.

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