Ifo-Chef hält Kritik an Laschets Corona-Kurs für überzogen

Der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, hält die Kritik am Corona-Krisenmanagement von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) für überzogen. „Politiker müssen ähnlich wie Unternehmer immer wieder trotz hoher Unsicherheiten Entscheidungen treffen“, sagte Fuest dem Magazin „Cicero“. Dazu gehöre auch, Entscheidungen zu treffen, die sich später als falsch erweisen. „Politik kann nicht warten, bis alle relevanten Information verfügbar sind. Ich finde es sehr positiv, wenn ein Politiker wie Laschet dies auch offen einräumt.“

15.07.2020, 10:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, gibt eine Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Clemens Fuest, Präsident des ifo-Instituts, gibt eine Pressekonferenz. Foto: Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Laschet hatte in der Corona-Krise zunächst für seinen Lockerungskurs viel Kritik einstecken müssen. Nach dem Ausbruch des Virus beim Fleischverarbeiter Tönnies wurde dem Regierungschef dann vorgeworfen, dass die erneuten Beschränkungen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf zu spät verhängt worden seien. Die SPD hielt dem Anwärter auf den CDU-Bundesvorsitz und potenziellen Kanzlerkandidaten Zögerlichkeit und Führungsschwäche vor, die Grünen beklagten einen Schlingerkurs während der Pandemie.

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