ICEs auf belasteten Strecken für Nahverkehrskunden freigeben

Das reduzierte Angebot im Schienennahverkehr wegen der Corona-Pandemie hat vielerorts zu überfüllten S-Bahnen und Regionalexpress-Zügen in Nordrhein-Westfalen geführt. Deshalb setzt sich NRW für die Freigabe der ICE-Züge für Nahverkehrskunden auf besonders belasteten Strecken ein. Dann könnten Fahrgäste auch mit einem Nahverkehrsticket in diese Züge einsteigen, was bisher nicht erlaubt ist.

24.03.2020, 14:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht zur Presse. Foto: Roberto Pfeil/dpa

Hendrik Wüst (CDU), Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, spricht zur Presse. Foto: Roberto Pfeil/dpa

In einem Brief an den Vorstandschef der Deutschen Bahn, der der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf vorliegt, schrieb NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag: „Die vom Robert Koch-Institut und der Bundesregierung angeordneten Abstände können so nicht eingehalten werden. Abhilfe könnte auf einigen Linien eine Freigabe des Fernverkehrs schaffen.“

Die Bahn-Konzerntochter DB Fernverkehr habe sich bislang nicht in der Lage gesehen, dem Wunsch nach Freigabe des ICE-Verkehrs zu entsprechen, kritisierte Wüst in seinem Brief an Bahn-Vorstand Richard Lutz. Nun bitte er dringend um kurzfristige Prüfung für 14 Strecken - darunter auf der Rheinschiene Aachen, Bonn, Köln Düsseldorf sowie für Anbindungen zwischen dem Ruhrgebiet, Münster, Osnabrück und Ostwestfalen.

Wüst hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass der Schienennahverkehr in NRW als Folge der Corona-Krise bis Ende dieser Woche um 50 Prozent heruntergefahren werden müsse. „Aus Sicht des Landes wäre es wünschenswert gewesen, noch länger den Normalfahrplan zu fahren, um überfüllte Züge zu verhindern und damit das Infektionsrisiko zu minimieren“, schrieb Wüst. Dies sei jedoch wegen der Personalausfälle nicht möglich gewesen.

„So liegt beispielsweise der Krankenstand bei der DB Regio AG in Nordrhein-Westfalen aktuell bei rund 40 Prozent“, stellte der Minister fest. „In der Abwägung haben wir daher einem reduzierten Leistungsangebot zugestimmt, um weiterhin ein stabiles Angebot für die Pendler zur Verfügung zu haben.“ Der Schienennahverkehr müsse aber leistungsfähig bleiben - gerade auch, um „Schlüsselpersonen“ zu ihrer Arbeit zu befördern.

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