Hygiene-Professor: Tönnies Blaupause für andere Betriebe

Der Bonner Hygiene-Professor Martin Exner sieht die Anti-Corona-Maßnahmen beim Fleischverarbeiter Tönnies als mögliches Vorbild für andere Unternehmen. „Wir haben jetzt ein sehr abgewogenes Hygienekonzept, das kann eine Blaupause für andere Betriebe in ganz Deutschland werden“, sagte Exner am Freitag laut einer Mitteilung des Kreises Gütersloh.

17.07.2020, 19:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Tiere strahlen als Leuchtreklame bei Tönnies. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Tiere strahlen als Leuchtreklame bei Tönnies. Foto: David Inderlied/dpa/Archivbild

Der Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit in Bonn hatte im Auftrag des Kreises den Corona-Ausbruch bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück mit mehr als 1400 infizierten Beschäftigten untersucht. Unter anderem wurden daraufhin in der Fleischzerlegung bei Tönnies Hochleistungsfilter und UV-Strahlen bei der Luftumwälzung eingesetzt, der Mindestabstand zwischen den Arbeitern vergrößert und das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes vorgeschrieben.

Das Vorgehen erklärte Exner anhand einer Ampel: Nach der Rot-Phase, in der der Betrieb geschlossen war, folge nun die Gelb-Phase, in der ein neues Hygienekonzept in der Anwendung überprüft wird. „Wir sind in der Gelb-Phase, wir sind noch nicht auf grün, sondern in der weiteren Beobachtung“, betonte der Wissenschaftler. Erst wenn sich zeige, dass die Infektionsrate bei den Arbeitern durch die Maßnahmen niedrig bleibe, gehe man in die Grün-Phase. Es sei nicht auszuschließen, dass in der Zwischenzeit neue Maßnahmen - bis hin zur Schließung des Werks - auferlegt werden müssten.

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