Hochwasser in Lünen: Emschergenossenschaft hat Pumpenwerke und Deiche im Blick

dzLippeverband

Die Lippekaskade ist fast komplett überspült, die Lippe macht sich breit in ihrem Bett, wenn sie durch die Lüner Innenstadt fließt. Experten sehen die Lage aber trotz Dauerregens entspannt.

Lünen

, 26.02.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mittagspause auf der Lippe-Kaskade ist derzeit keine gute Idee. Wer sich dorthin wagt, riskiert mindestens nasse Füsse. Der Fluss macht sich gerade ziemlich breit in seinem Bett. Ilias Abawi, Pressesprecher der Emschergenossenschaft und des Lippeverbandes, nennt es augenzwinkernd: „Lünen hat derzeit eine dicke Lippe.“

Aber nicht nur die Lippe, auch die Seseke führt derzeit mehr Wasser als sonst. Schuld ist der Dauerregen der letzten Tage „Das war schon ein Starkregenereignis, aber nicht außergewöhnlich. Das kommt im Schnitt einmal im Jahr vor“, so Abawi auf Anfrage.

Am Pegel Preußenstraße konnte man beobachten, dass das Wasser in der Seseke auch langsam wieder zurückgeht. Am Dienstag (25.2.) lag die Marke um 13 Uhr bei 2,25 Meter. Eine Viertelstunde später war sie bereits um einen Zentimeter gesunken.

Hochwasserscheitel der Seseke am Sonntagabend erreicht

„Der Durchfluss beträgt 13,5 Kubikmeter pro Sekunde, das sind 13.500 Liter, schon eine ganze Menge“, so der Pressesprecher.

Der Hochwasserscheitel war am späten Sonntagabend erreicht, da wurden am Pegel 3,44 Meter Wasserstand gemessen. „Das war relativ kurz etwa von Mitternacht bis zum frühen Montagmorgen.“ Der mittlere Wasserabfluss liegt bei 1,04 Meter, aktuell sind es noch gut doppelt so viel. In trockenen Sommern misst man nur 66 Zentimeter. „Das mittlere Hochwasser der Seseke liegt bei 3,21 Metern, da lagen wir in der Nacht zu Montag drüber“, so der Pressesprecher.

Es war also tatsächlich Hochwasser, zum Glück aber ohne Überflutung. „Unsere Betriebsteams sind immer vor Ort, schauen ob die Pumpwerke arbeiten, die Deiche intakt sind.“

Die Lippekaskade ist  zu großen Teilen überflutet, so viel Wasser führt die Lippe derzeit.

Die Lippekaskade ist zu großen Teilen überflutet, so viel Wasser führt die Lippe derzeit. © Beate Rottgardt

Der Lippe-Pegel an der Graf-Adolf-Straße zeigte am Dienstag um 13.15 Uhr einen Wasserstand von 4,35 Metern. „Der mittlere Wasserpegel liegt bei 2,73 Metern. Niedrigwasser ist bei 2,44 Metern.“ Mittleres Hochwasser wird bei 4,84 Metern gemeldet. „Derzeit liegt die Lippe unter dieser Marke.“ Auch in der Nacht zu Montag (24.2.), da zeigte der Pegel 4,57 Meter an. „Die Lage ist entspannt.“

Auch am Unterlauf in Dorsten, wo die Lippe am Dienstag die Hochwassermarke von 8,07 Metern geknackt hat. Hier sei der Fluss breiter als in Lünen und es gebe auch mehr Zuläufe.

Hochwasser-Management funktioniert

Hochwasser sei um diese Jahreszeit normal, eine Überflutung nicht in Sicht. Abawi: „Auch weil das Hochwasser-Management gut funktioniert. Durch die Renaturierung wurden und werden noch viele Auenflächen geschaffen. Das bedeutet mehr Speicherflächen, wo sich der Fluss verlangsamen kann. Denn je höher die Fließgeschwindigkeit ist, desto mehr gräbt sich der Fluss in sein Bett.“ Durch die Renaturierungsmaßnahmen sei es möglich, Hochwasser zu steuern.

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