Hilfe für die USA: Russland schickt Schutzkleidung - Lage ist ernst

Coronavirus

Allen politischen Spannungen zum Trotz: Russland unterstützt die USA in der Corona-Krise. Es ist nicht das erste Mal, dass Russland einem Land Corona-Hilfen zukommen lässt.

Moskau

01.04.2020, 06:26 Uhr / Lesedauer: 1 min
Russland möchte die USA mit Schutzkleidung versorgen.

Russland möchte die USA mit Schutzkleidung versorgen. © picture alliance/dpa

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in den USA bereitet Russland einen Hilfsflug vor. Die Maschine mit medizinischer Ausrüstung und Schutzkleidung solle voraussichtlich noch am Dienstag starten, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Tagsüber seien sämtliche Vorbereitungen getroffen worden. Angesichts der „schrecklichen epidemiologischen Situation“ habe Russland diese Hilfe angeboten. Kremlchef Wladimir Putin und sein US-Kollege Donald Trump hatten am Montag miteinander telefoniert.

Das Angebot kommt überraschend, weil die Beziehungen zwischen Moskau und Washington seit Jahren angespannt sind. Die USA werfen Russland unter anderem eine Einmischung in US-Wahlen vor. Peskow sagte: „Jetzt, da ausnahmslos alle von der Situation betroffen sind, gibt es keine Alternative zu einem partnerschaftlichen Handeln.“

Corona-Krise: Russland unterstützt auch Italien

Russland hatte bereits medizinische und personelle Hilfe in das besonders von der Pandemie betroffene Nato-Land Italien geschickt. Auch da hatte Russland ein politisches Zeichen gesetzt. Die Beziehungen zum Westen sind so gespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Trump hatte am Montagabend (Ortszeit) von einer „sehr großen Flugzeugladung“ mit medizinischer Ausrüstung aus Russland gesprochen und sich positiv über die Geste geäußert.

Die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie in den USA hat sich zuletzt dramatisch beschleunigt. So hatte etwa die Zahl der bekannten Infektionen erst am vergangenen Freitag die Marke von 100.000 überschritten. Bis zu dem Zeitpunkt waren rund 1500 Tote gemeldet gewesen. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) lag die Zahl bestätigter Infektionen bei rund 175.000, die Zahl der Toten bei mehr als 3400.

Lesen Sie jetzt