„Hey Jude“: Dortmund holt 17-jährigen Engländer Bellingham

Mit dem Transfer von Jadon Sancho hat Borussia Dortmund gute Erfahrungen gemacht. Und der Spieler auch. Nun sicherte sich der BVB den nächsten 17-jährigen Engländer. Und stach dabei europäische Topclubs aus.

20.07.2020, 11:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Maskottchen „Emma“ spielte Gitarre, die gesamte BVB-Mannschaft sang abwechselnd den Beatles-Klassiker „Hey Jude“: Der Wechsel des englischen Fußball-Talents Jude Bellingham zu Borussia Dortmund sorgt im gesamten Verein für große Vorfreude. Wie einst sein Landsmann Jadon Sancho, der heute 100 Millionen Euro wert ist, wechselt Bellingham mit 17 Jahren von der Insel nach Dortmund in die Bundesliga. Doch während Flügelstürmer Sancho einst „nur“ sieben Millionen kostete, soll sich die Ablöse für Bellinghams Stammverein Birmingham City laut Sky UK auf stolze 26,5 Millionen Euro belaufen - und das, obwohl der zentrale Mittelfeldspieler bis heute noch kein Erstligaspiel absolviert hat.

„Wir sehen in Jude auf Anhieb eine Verstärkung für unseren Profi-Kader, werden ihm zunächst natürlich aber auch die Zeit zur Gewöhnung an das höhere Niveau geben, die er benötigt“, sagte Manager Michael Zorc über den Teenager vom Zweitligisten Birmingham. Für wie lange Bellingham unterschrieb, verriet der BVB nicht. In der Mitteilung war nur von einem „langfristigen Vertrag“ die Rede, nach Informationen verschiedener Medien soll dieser Kontrakt bis 2025 laufen.

Bei Birmingham war der Teenager in der 2. englischen Liga Stammspieler. Er gilt als eines der größten Talente des britischen Fußballs. Außer dem BVB sollen auch andere europäische Top-Clubs um Bellingham geworben haben, zwischenzeitlich angeblich auch der FC Bayern München.

Der Junioren-Nationalspieler spielte schon im Alter von sieben Jahren für die „Blues“. Sein Profi-Debüt feierte er mit 16 Jahren und 38 Tagen im August 2019. Damit war er der jüngste Profi der Vereinsgeschichte und übertraf sogar den bisherigen Rekord von Clublegende Trevor Francis. Nur schweren Herzens lässt Birmingham das Eigengewächs ziehen. Die warmen Worte des Clubchefs zum Abschied glichen einer Liebeserklärung: „Jude ist ein herausragender junger Spieler, der die Fähigkeit, den Fokus und den Wunsch hat, ganz nach oben zu kommen. Er ist auch ein reifer, kompletter und intelligenter junger Mann, der mit größter Professionalität handelt“, lobte „Blues“-CEO Dong Ren in einer Club-Mitteilung am Montag.

Es sei eine Freude gewesen zu sehen, wie sich Bellingham in den vergangenen Jahren entwickelt habe. „Er wird in die Geschichte dieses Clubs eingehen. Aber uns war immer klar, dass ein solches Talent von einigen der größten Mannschaften der Welt umworben würde. Wir haben keinen Zweifel daran, dass dies nur der Beginn einer herausragenden Karriere ist“, ergänzte Dong Ren.

„Der Weg des BVB, aber insbesondere wie sie jungen Spielern dabei helfen, besser zu werden, hat mir persönlich und auch meiner ganzen Familie die Entscheidung sehr einfach gemacht“, sagte Bellingham zu seinem Wechsel zum BVB und Trainer Lucien Favre. Und dachte dabei sicher auch an den aktuell von Manchester United umworbenen Sancho, der in Dortmund reifte. Das Geld habe sicher nicht den Ausschlag für Bellinghams Entscheidung pro Dortmund gegeben, versicherte Zorc: „Jude Bellingham hat sich voller Überzeugung für den BVB entschieden und dabei selbstverständlich in erster Linie die sportliche Perspektive, die wir ihm aufgezeigt haben, im Blick gehabt“, sagte Zorc.

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