Hecking kann Schürrle „ein Stück weit nachvollziehen“

André Schürrles früherer Trainer Dieter Hecking hat das Karriere-Ende des Fußball-Weltmeisters von 2014 nicht erwartet, hat aber auch Verständnis für die Entscheidung des Offensivspielers. „Das überrascht mich - aber ich kann es ein Stück weit nachvollziehen“, sagte Hecking dem „Sportbuzzer“ über den Entschluss seines früheren Spielers beim VfL Wolfsburg. Schürrle beendet seine Laufbahn im Alter von 29 Jahren.

17.07.2020, 17:21 Uhr / Lesedauer: 1 min
André Schürrle jubelt nach einem Tor. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

André Schürrle jubelt nach einem Tor. Foto: Marius Becker/dpa/Archivbild

„Die Entscheidung ist lange in mir gereift“, sagte Schürrle dem „Spiegel“. „Ich brauche keinen Beifall mehr.“ Schürrles Vertrag bei Borussia Dortmund war zuletzt aufgelöst worden. Er sei oft einsam gewesen, berichtete Schürrle, gerade als „die Tiefen immer tiefer wurden und die Höhepunkte immer weniger“. Die Fußballbranche habe es aber nicht erlaubt, diese Gefühle zu zeigen. „Man muss ja immer eine gewisse Rolle spielen, um in dem Business zu überleben, sonst verlierst du deinen Job und bekommst auch keinen neuen mehr“, sagte Schürrle.

Für Hecking passen diese Aussagen zum Eindruck, den Schürrle auf ihn in Wolfsburg gemacht habe. „Man sieht, dass der Rucksack für die jungen Menschen manchmal zu groß ist“, sagte der 55-Jährige, der in der vergangenen Saison den Hamburger SV trainiert hatte. „Wenn die Lupe so sehr auf einem brennt, dann kann ich verstehen, wenn jemand sagt: Ich will nicht mehr.“

Christian Heidel, der als Manager Schürrle in Mainz mit seinem ersten Profivertrag ausgestattet hatte, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: „Ich ziehe den Hut vor seiner Entscheidung, die Charakter beweist. Er hätte sicher noch einmal einen guten Vertrag unterzeichnen und viel Geld verdienen können, auch wenn die notwendige Motivation gefehlt hätte.“ Schürrle gehe „den geraden und ehrlichen Weg“.

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