Haustürgeschäfte und Telefonberatungen - So schützen Sie sich vor unseriösen Vertretern

dzStromberatung

Immer wieder gehen Bürger aus der Region unseriösen Stromberatern auf den Leim - so auch kürzlich eine Wernerin (88). Wie man sich vor den Maschen der Vertreter schützt, erklärt die Verbraucherzentrale.

Werne

, 06.03.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unseriöse Stromberater gibt es überall - auch in Werne. Erst kürzlich wurde eine Werner Seniorin bei einem Haustürgeschäft übers Ohr gehauen. Ihren Stromvertrag wechseln wollte sie nicht - das erklärte sie auch dem Vertreter, der sich bei ihr ankündigte. Dennoch hielt er ihr einen Zettel unter die Nase, auf dem sie angeblich bestätigen sollte, beraten worden zu sein. Tatsächlich unterschrieb sie damit einen neuen Stromvertrag, für den der Vertreter Provision kassierte.

Häufiger geworden seien solche Maschen in der letzten Zeit laut Einschätzung der Verbraucherzentrale Lünen nicht. „Es kann jeden Tag passieren, dass sich ein unseriöser Berater bei Ihnen meldet“, betont aber Jutta Gülzow, Leiterin der Verbraucherzentrale.

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„Im besten Fall lassen Sie sich dann gar nicht auf dieses Gespräch ein. Sie sollten, wenn Sie an einem neuen Angebot interessiert sind, selbst Initiative ergreifen und sich nicht spontan beraten lassen“, empfiehlt Gülzow. „Diese unseriösen Berater sind geschult, ihre Kunden zu beeinflussen und zu den Antworten zu bewegen, die sie hören möchten“, warnt sie.

Im Folgenden haben wir die Tipps der Verbraucherzentrale zusammengestellt:

Was muss ich im Umgang mit Energieberatern beachten?

  • Wenn man eine Unterschrift leistet, dann sollte man vorher das Dokument genau durchlesen. Schnell wird dann klar, ob man wirklich aus dem Grund unterschreibt, den der Vertreter genannt hat.
  • Bei Telefongesprächen sollte man niemals die Zählernummer durchgeben. Denn dadurch wird es dem Vertreter möglich, einen Vertrag abzuschließen.
  • „Bloß nicht übereilt handeln. Immer ein Angebot schicken lassen und selbst vergleichen“, rät Gülzow. Denn häufig sind die Verträge, die bei solchen Haustürgeschäften abgeschlossen werden, gar nicht günstiger als der bisherige Tarif.

Was tun, wenn ich auf eine Masche hereingefallen bin?

  • „Ruhe bewahren und wieder kündigen“, empfiehlt Gülzow. Denn für Haustür- und Telefongeschäfte gibt es ein Sonderrecht, das den Verbrauchern erlaubt, innerhalb von zwei Wochen zu kündigen. Anders sieht es für Verträge aus, die im Geschäft abgeschlossen wurden - die sind verbindlich.
  • Bei Telefongeschäften kann es vorkommen, dass der neue Stromanbieter nicht bekannt ist. Häufig wirke es im Gespräch so, als würde der aktuelle Stromanbieter über neue Tarife aufklären. Ist das erste Schreiben des neuen Anbieters da und somit seine Anschrift bekannt, kann gekündigt werden.
  • Der vorherige Stromanbieter sollte informiert werden, dass die Kündigung zurückgezogen wird. Dann läuft alles weiter wie gewohnt.
  • Eine Anzeige bei der Polizei ist in solchen Fällen schwierig, da die Geschädigten in der Regel nicht nachweisen können, was die Berater ihnen telefonisch oder vor Ort erzählt haben.

Ich möchte meinen Stromtarif wechseln - worauf muss ich achten?

  • Erstmal muss der Wechselwillige schauen, ob er eine Kündigungsfrist bei seinem alten Anbieter zu beachten hat. Bei angekündigten Preiserhöhungen gibt es ein Sonderkündigungsrecht: Zum Eintreten der Preiserhöhung kann auch außerhalb der Kündigungsfrist gewechselt werden.
  • Online-Tarifrechner geben einen guten Überblick über die verfügbaren Energietarife. Da gibt es jedoch ebenfalls Stolperfallen: Bei den Vergleichsportalen sind manchmal falsche Werte voreingestellt. Also: nicht blind suchen, sondern erst die Voreinstellungen überprüfen.
  • Persönliche Energieberatung gibt es beispielsweise in der Verbraucherzentrale in Lünen. Dort können sich Interessierte nicht nur vor Ort beraten lassen, sondern auch im heimischen Wohnzimmer. Die Verbraucherzentrale bietet zudem Telefonberatungen und Videochats an.
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