Hat die Müllverschmutzung im Schwerter Wald längst überhand genommen?

dzSchwerter Wald

Eine Spaziergängerin will während der Corona-Krise eine Zunahme der Abfallverschmutzung im Schwerter Wald bemerkt haben. Bei der Stadt fehlen jedoch Hinweise auf eine gestiegene Vermüllung.

von Jannah Heiming

Schwerte

, 12.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Oft hieß es, die Natur erhole sich während der Corona-Krise. Im Schwerter Wald scheint das allerdings nicht der Fall zu sein. Stattdessen meldete sich Debora Widemann, die berichtet, dass die Verschmutzung durch Müll in dem Naherholungsgebiet enorm zugenommen habe.

Ob Wodka- und Bierflaschen, Burger Verpackungen, gebrauchte Windeln, Plastik oder zuletzt Maler und Abbruch Reste: Debora Widemann habe im Wald und auf den Wegen während der Corona-Krise mehr Abfall als zuvor bemerkt. Die Beschwerde scheint aber bisher nicht bis zur Stadt durchgedrungen zu sein: Im Lob- und Beschwerdemanagement lägen bisher keine Hinweise auf eine gestiegene Vermüllung vor, so Pressesprecher Ingo Rous.

Der illegale Müll könne von Mitarbeitern des Ordnungsdienstes der Stadt Schwerte oder von den Bürgern selbst gemeldet werden. Für die Bürger ist dies unter anderem auf einem digitalen Weg möglich, indem Bilder vom entsorgten Müll mit dem Smartphone aufgenommen und dann an das Lob- und Beschwerdemanagment gesendet werden können. „Immer mal wieder gibt es Hinweise auf solchen illegal entsorgten Müll“, sagt Ingo Rous, „aber nicht mehr als schon vor der Corona-Krise.“

Illegale Müllentsorgung kann teuer belangt werden

Wer bei der Entsorgung seines Mülls im Wald erwischt wird, dem drohen hohe Bußgelder. Durch das Wegwerfen des Mülls wird in das Ökosystem Wald eingegriffen und das hat Folgen: Laut Verwarngeldkatalog der Stadt Schwerte erstreckt sich ein Bußgeld von 10 Euro bis in den vierstelligen Bereich, wenn es sich beispielsweise um Batterien, Altreifen oder Chemikalien handelt.

Auch bei der Entsorgung von Grünschnitt ist Vorsicht geboten. Nicht-heimische Pflanzen können in den Wald einwandern und sich unkontrolliert verbreiten.

Es sei allerdings keine leichte Angelegenheit, die Täter zu stellen. „Sie lassen ihren Personalausweis ja nicht neben dem Müll liegen“, so Ingo Rous. Es ist also unwahrscheinlich, dass Bußgelder eingezogen werden, denn selten werden Personen dabei beobachtet, wie sie illegal ihren Müll loswerden.

Stille Helfer kümmern sich um den herumliegenden Abfall

Trotzdem scheint Debora Widemann nicht die einzige zu sein, der die Müllverschmutzung aufgefallen ist. Sie berichtet, dass immer mehr Menschen eine Tüte dabei hätten, um beim Gassi- oder Spazierengehen den Müll mitzunehmen und zu entsorgen.

„Gäbe es diese Menschen nicht, sähe es in der Natur noch viel schlimmer aus“, so ihre Einschätzung. Zwar kenne sie die Menschen nicht, spreche sie aber dennoch an und zeige ihre Anerkennung für das freiwillige Aufsammeln des Mülls. Auch sie selbst sei in letzter Zeit häufig mit einer Tüte ausgerüstet gewesen, um den Wald wenigstens ein bisschen sauberer zu hinterlassen.

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