Handelskammern: Direkte Hilfe auch für größere Firmen nötig

Die Wirtschaft hält Nachbesserungen an den Hilfen für durch die Corona-Krise geschädigte Firmen in Nordrhein-Westfalen für notwendig. Von den Folgen der Krise seien zunehmend Mittelständler betroffen, die keine Soforthilfen erhielten, berichteten die Industrie- und Handelskammern NRW am Freitag. Auch für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten sollten deshalb direkte Hilfszahlungen geprüft werden. In anderen Bundesländern gebe es solche Hilfen.

03.04.2020, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sowohl der Bund als auch das Land hatten direkte Zuschüsse für Unternehmen beschlossen, deren Geschäft angesichts der Corona-Pandemie leidet oder ganz ausfällt. Betriebe mit bis zu fünf Angestellten können 9000 Euro beantragen, Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten 15 000 Euro. Mittelgroße Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern können 25 000 Euro bekommen.

Die erste Hilferunde habe „sehr gut funktioniert“, sagte der Hauptgeschäftsführer von IHK NRW, Ralf Mittelstädt, mit Blick auf die Soforthilfen für Solo-Selbstständige und Kleinunternehmen. Einem Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums zufolge wurden dabei seit dem Start vor einer Woche bis zum Freitagnachmittag 350 000 Anträge gestellt. 330 000 seien bewilligt worden, teils bestehe noch Klärungsbedarf, etwa ein Prozent sei abgelehnt worden. Es habe bereits 250 000 Auszahlungen gegeben - eine Gesamtsumme von rund 2,6 Milliarden Euro, so der Sprecher.

„Viele Unternehmen berichten, dass sie nun bis Ende April durchhalten können, dann aber wird es erneut schwierig“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Mittelstädt. Ihnen würde es helfen, wenn sie die in diesem Jahr zu erwartenden Verluste mit den in 2019 gezahlten Steuervorauszahlungen verrechnen könnten. Die Finanzämter sollten deshalb einen Teil der in 2019 geleisteten Steuern an die Betriebe zurückzahlen.

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