Handel: 1. Advents-Samstag mit weniger Kunden als sonst

Die moderne Rabatt-Schlacht Black Friday zog zahlreiche Menschen in die Innenstädte. Doch der Handel blickt mit Sorge auf die Advents-Wochenenden. Kölns Oberbürgermeisterin kritisiert die Pläne, wenige Menschen in Läden zu lassen.

29.11.2020, 14:42 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nachdem am Rabatte-Tag Black Friday viele Fußgängerzonen in NRW voll waren und einzelne Einkaufszentren zeitweise geschlossen wurden, ist der Advents-Samstag aus Sicht des Handels durchwachsen verlaufen. Laut Handelsverband NRW gaben bei einer Umfrage unter rund 250 Mitgliedern etwa 40 Prozent an, dass nur bis zu 40 Prozent der Kunden des Vorjahres gekommen seien - und auch die Umsätze entsprechend ausfielen. „Viele Händler sagten: „Es war okay - für Corona““, sagte eine Verbandssprecherin am Sonntag.

Bei vielen sei am Freitag mehr losgewesen als am Samstag - was auch die Politik auf den Plan gerufen hat. So sagte Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) am Samstag im ZDF mit Bezug auf die geplanten Verschärfungen beim Einlass in Geschäfte: „Ich hätte es besser gefunden, bei den Regelungen zu bleiben, da ich den Eindruck habe, dass in den Geschäften der Abstand besser zu regeln ist als auf der Straße.“ Bund und Länder wollen nochmal weniger Menschen pro Quadratmeter in den Läden zulassen.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sagte am Sonntagmorgen im Deutschlandfunk mit Blick auf den Andrang am Freitag, man müsse sich auf das „Einkaufsgeschehen“ im Advent eben einstellen: „Den Einzelhandel in unseren Innenstädten ganz zu ruinieren, kann ja auch nicht das Ziel sein.“

Im Vergleich zum stark genutzten Black Friday sackte das Einkaufsgeschehen am Samstag ab. Rund die Hälfte der befragten Händler sehe dem weiteren Verlauf des Weihnachtsgeschäfts eher negativ entgegen, so die Sprecherin des Handelsverbands: „Es hat sich wieder gezeigt, dass die geschlossene Gastronomie sowie die abgesagten Weihnachtsmärkte spürbar fehlen.“ Zudem gebe es ganz profane Probleme: So wüssten manche Kunden nicht, wo sie auf Toilette gehen sollen - da zum Beispiel alle Cafés zu haben. Unsicher sollten sich die Menschen nicht fühlen: „Der Einzelhandel ist kein Hotspot. Und vielfach werden Abstands- und Hygieneregeln weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus angewandt.“

Verkaufsschlager seien an diesem Wochenende übrigens Adventskalender gewesen: „Darunter die klassischen Schokoladenkalender, aber auch hochpreisige Exemplare wie Lego- und Beautykalender“, so die Sprecherin. „Auch alles, was das Zuhausesein verschönert, wurde stark nachgefragt.“ Darunter bequeme Kleidung und Wäsche, Strickwaren, Decken und Handtücher sowie Deko-Artikel.

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