Nach unserer Berichterstattung zu Hamsterkäufen haben wir noch einmal nachgehört: Welche Waren sind bei Rewe, Rossmann und K & K knapp und in welchen Bereichen hat sich die Lage entspannt?

Werne

, 02.03.2020, 18:46 Uhr / Lesedauer: 4 min

Einige Tage nach unserer Berichterstattung zu Hamsterkäufen haben wir noch einmal in den Werner Geschäften nachgehört, in welchen Bereichen weiterhin Lieferengpässe bestehen. Hier unser Update:

Toilettenpapier, Reis oder Nudeln - während diese Artikel andernorts und in vielen Supermärkten oder Drogerien in Werne vergriffen sind, gibt es diese noch im Rewe Symalla im Horne-Center. Allerdings darf man als Kunde dabei nicht wählerisch sein. Auch wenn die Regale mit Toilettenpapier noch gut bestückt sind, sind einige Marken - vor allem die günstigen - nicht mehr zu haben, erklärt Marktleiter Georg Schlomberg.

Blick in die Regale im Rewe Symalla am Horne-Center: Nudeln, Toilettenpapier, Reis und sogar Desinfektionsmittel gibt es hier. Allerdings darf man als Kunde nicht allzu wählerisch sein.

Blick in die Regale im Rewe Symalla am Horne-Center: Nudeln, Toilettenpapier, Reis und sogar Desinfektionsmittel gibt es hier. Allerdings darf man als Kunde nicht allzu wählerisch sein. © Andrea Wellerdiek

Das gilt auch für Nudeln und Reis. Bislang gebe es keine großen Engpässe bei diesen derzeit beliebten Lebensmitteln. Das könnte sich aber ändern. Denn die Rewe Group Dortmund, die rund 360 Märkte versorgt, rationiert die Artikel, wie Schomberg erklärt. Die Verantwortlichen schauen, wo wie viele Artikel benötigt werden. Das führte etwa dazu, dass eine kleinere Menge an Reis in den Supermarkt nach Werne geliefert wurde.

Während die lang haltbaren Lebensmittel wie Reis und Nudeln noch nicht vergriffen sind, sieht das bei Hefe und Brotbackmischungen anders aus. Hier sind die Regale leer. „Offenbar backen die Leute jetzt öfter selbst ihr Brot“, hatte Schlomberg schon Anfang der Woche vermutet. Nun sind diese Waren komplett ausverkauft.

So wird das Desinfektionsmittel im Rewe Symalla im Horne-Center derzeit präsentiert.

So wird das Desinfektionsmittel im Rewe Symalla im Horne-Center derzeit präsentiert. © Andrea Wellerdiek

Wieder im Sortiment ist hingegen Desinfektionsmittel. Und weil dies aktuell natürlich sehr gefragt ist, weiß Schlomberg das Angebot auch zu präsentieren. Auf die 0,75-Liter-Flasche für 6,99 Euro weist ein großes Werbeschild hin. Und auch im Eingangsbereich in den Supermarkt steht eine dieser Flaschen - gesichert mit einem Band um den Flaschenhals. Die Möglichkeit, sich vor und/oder nach dem Einkauf mit dem Hygienespray zu schützen, nehmen viele Kunden an.

Seife, Klopapier und Hygienereiniger sind nach wie vor im Rossmann sehr begehrt.

Seife, Klopapier und Hygienereiniger sind nach wie vor im Rossmann sehr begehrt. © Sylva Witzig

Im Rossmann im Horne-Center sind bestimmte Regale noch immer leergefegt. „Die Nachfrage hat sich nicht geändert. Ich werde ständig von Kunden angesprochen, ob wir noch Seife, Toilettenpapier und Hygienereiniger im Lager haben. Aber das ist leergefegt“, berichtet eine Rossmann-Mitarbeiterin.

„Manche wissen auch schon, dass wir nichts mehr haben, und gehen nach nebenan zum Rewe“, fügt sie hinzu. „Vier Mal in der Woche bekommen wir Ware. Aber ob die gefragten Produkte dabei sind, können wir nicht sagen. Meistens ist das ein Karton“, erzählt sie. „Der steht nicht lange. Da stürzen sich die Kunden dann direkt um acht Uhr früh drauf.“

Im K + K ist die Lage entspannt. Klopapier, Seifen und Reinigungsmittel sind noch lange nicht ausverkauft.

Im K + K ist die Lage entspannt. Klopapier, Seifen und Reinigungsmittel sind noch lange nicht ausverkauft. © Sylva Witzig

Entspannt ist die Lage bei K + K. Dort sind beinahe alle Regale rappelvoll - selbst Toilettenpapier und Reinigungsmittel sind in ausreichender Menge vorhanden. Lediglich das günstige Mehl ist vergriffen.

Mehl ist beliebt bei K & K - teurere Marken sind aber noch vorhanden.

Mehl ist beliebt bei K & K - teurere Marken sind aber noch vorhanden. © Sylva Witzig

Geplündert waren die Regale des Aldis am Bahnhof zuletzt im Bereich Nudeln, Reis, Trockensalami und Seife. Aldi Nord verspricht in seiner aktuellen Pressemitteilung, leere Regale nicht leer stehen zu lassen: „Alle Lebensmittelbestände werden im Rahmen der routinemäßigen Belieferung unserer Märkte kurzfristig wieder aufgefüllt. Die Versorgungssicherheit unserer Märkte ist sichergestellt. Weitreichende Lieferengpässe für Lebensmittel und Near-Food-Produkte (z.B. Hygieneprodukte) können wir zum jetzigen Zeitpunkt ausschließen.“

Unser Bericht vom 2. März:

Werne macht sich Gedanken um das Coronavirus - nicht ohne Grund. Denn das Virus ist inzwischen im Kreis Unna angekommen. In Unna wurde eine 61-Jährige positiv auf die Krankheit getestet. War in der vergangenen Woche die Situation in den Werner Supermärkten noch entspannt, wird es inzwischen etwas schwerer, Toilettenpapier, Seife und Grundnahrungsmittel zu ergattern.

Im Rossmann im Horne-Center sind in diesen Tagen vor allem Desinfektionsmittel ausverkauft. Schon seit Tagen sind die Fächer, in denen normalerweise Sagrotan-Hygienespray steht, leer. Ein paar Meter weiter sind auch Regale, in denen sonst Toilettenpapier zu finden ist, unbestückt.

Brotbackmischungen und Hygieneartikel sind beliebt

Nebenan, im Rewe Symalla, gibt es hingegen keine großen Engpässe, wie Georg Schlomberg, Marktleiter, auf Nachfrage erklärt. „Aber die Leute decken sich vor allem mit Klopapier und Lebensmitteln ein, die lange haltbar sind wie zum Beispiel Nudeln.“ Darüber hinaus ist auch das Regal mit Hefe leer. Und auch die Nachfrage nach Brotbackmischungen sei gestiegen.

Im Rewe Symalla ist die Nachfrage nach Hefe, Brotbackmischungen und Toilettenpapier gestiegen.

Im Rewe Symalla ist die Nachfrage nach Hefe, Brotbackmischungen und Toilettenpapier gestiegen. © Andrea Wellerdiek

„Offenbar backen jetzt mehr Leute selbst ihr Brot“, so Schlomberg weiter. Desinfektionsmittel gibt es im Rewe aktuell auch nur in großen Flaschen. „Da sind die kleinen Fläschchen vergriffen“, erklärt Schlomberg, der daraufhin die Hygienemittel in großer Verpackung beim Großhändler geordert hat. Auch an den Kassen steht Desinfektionsmittel, damit sich die Mitarbeiter schützen können. Aber die kamen auch schon vor dem Coronavirus zum Einsatz, erklärt Schlomberg.

Eigentlich sollten an dieser Stelle im Aldi am Bahnhof Nudeln und Reis im Regal stehen.

Eigentlich sollten an dieser Stelle im Aldi am Bahnhof Nudeln und Reis im Regal stehen. © Sylva Witzig

Im Aldi am Bahnhof herrscht gähnende Leere im Nudel-Regal. Nur noch vereinzelte Pakete sind dort zu bekommen. Auch ungekühlte Salami und Würstchen-Dosen sind am Bahnhof sehr beliebt. In dem Fach, in dem normalerweise die Flüssigseife-Fläschchen stehen, füllt Shampoo die Lücke. Ein Hoffnungsschimmer für alle, die auf der Suche nach Seife sind: Nachfüllbeutel sind noch vorhanden.


Volle Regale bei K&K - hier gibt es noch genug Mehl und Brotbackmischungen.

Volle Regale bei K&K - hier gibt es noch genug Mehl und Brotbackmischungen. © Sylva Witzig

Im K&K sieht die Lage noch entspannter aus: Zwar sind auffällig viele Dosen-Suppen vergriffen, aber bis auf Desinfektions-Reiniger ist dort noch alles vorrätig. „Ich brauche nicht mehr hamstern. Ich habe mir früher um alles Sorgen gemacht, aber das mache ich nicht mehr mit“, berichtet eine Werner Seniorin, die ihre Tageseinkäufe bei K&K erledigt. „Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man im Fernsehen sieht, wie in anderen Städten die Regale leergeplündert werden. Aber ich versuche mich da nicht beunruhigen zu lassen“, fügt sie hinzu.

Dosensuppen sind beliebt

Ähnlich sieht das eine weitere Kundin des Supermarktes: „Eigentlich sollte man hamstern, wenn man so hört, was anderswo los ist. Aber machen werden wir das nicht. Wir haben auch bei vorherigen Epidemien keine großen Vorräte angeschafft.“ Während sie das erzählt, lässt sie ihren Blick auf das Regal mit den Dosensuppen schweifen. „Eigentlich kann man hier in Werne noch alles bekommen, was man haben will. Aber dass Leute hamstern, das erkennt man schon“, sagt sie.

Dieses Werner Paar kauft für den Abend ein. Zwar empfinden sie die Situation rund um das Coronavirus beunruhigend, doch verunsichern lassen möchten sie sich nicht.

Dieses Werner Paar kauft für den Abend ein. Zwar empfinden sie die Situation rund um das Coronavirus beunruhigend, doch verunsichern lassen möchten sie sich nicht. © Sylva Witzig

Ihr Mann tritt hinzu, mit einem Körbchen voller Einkäufe für den Abend. „Ach was, die haben nur wenig Personal. Die füllen das bestimmt wieder auf. Das ist Zufall“, sagt er augenzwinkernd. „Wir hoffen mal, dass das Virus an uns vorbeigeht“, klinkt sich seine Frau ein. Den Behörden in Nordrhein-Westfalen sind bis Montagvormittag (10 Uhr) 86 Fälle einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bekannt geworden. Dies teilte das Robert Koch-Institut am Vormittag in Berlin mit. Deutschlandweit wurden bislang insgesamt 150 Fälle in zehn Bundesländern bekannt.

Diese Wernerin gehört aufgrund einer Nierentransplantation zur Risikogruppe für Viruserkrankungen - trotzdem wird sie nicht hamstern. Angst vor dem Virus hat sie nicht. Den Mundschutz trägt die 50-jährige, um ihr geschwächtes Immunsystem vor jeder Art von Viren und Bakterien zu schützen.

Diese Wernerin gehört aufgrund einer Nierentransplantation zur Risikogruppe für Viruserkrankungen - trotzdem wird sie nicht hamstern. Angst vor dem Virus hat sie nicht. Den Mundschutz trägt die 50-jährige, um ihr geschwächtes Immunsystem vor jeder Art von Viren und Bakterien zu schützen. © Sylva Witzig

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