Händewaschen mit Seife - für die Schüler der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule unmöglich?

dzHygiene in der Schule

Wenn es um den Schutz gegen das Coronavirus geht, raten Experten immer wieder zum einfachen Händewaschen mit Seife. In einer Selmer Schule sei das allerdings schwierig, berichtet ein Vater.

von Carina Strauß

Selm

, 04.03.2020, 13:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit „Ein besorgter Vater“ ist die Mail unterschrieben, die am Dienstagmorgen die Redaktion erreicht. In Zeiten des Coronavirus ist das Problem, das er schildert, besonders heikel.

In der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule sei es den Schülern nicht möglich, sich die Hände zu waschen. Es gäbe weder Seife noch Einmalhandtücher auf den Toiletten. Dabei ist doch das Händewaschen mit Seife eine der häufigsten Handlungsempfehlungen in Zeiten des Coronavirus.

Die Redaktion ist aber nicht die erste Anlaufstelle des Vaters. Die Schule habe auf die Vorwürfe angesprochen geantwortet, dass die Schüler damit nur „rumschmieren“ und das es so etwas wie Seife und Einmalhandtücher aus diesem Grund nicht gäbe.

Auf die Rückfrage unserer Redaktion sagt die Frau des Mannes und Mutter zweier Kinder, die beide auf die Sekundarschule gehen: „Wir haben schon oft auf die Probleme hingewiesen.“

Und weiter: „Man hat das Gefühl, dass die Eltern gar nicht ernst genommen werden.“ Nur in den Klassenräumen gäbe es zum Teil Seife, weil die Lehrer sich darum kümmern. „Und dann bekommen wir ein Schreiben von der Schule zu den notwendigen Hygienemaßnahmen. Das ist doch ein Witz.“

„Umgehend neues Material bestellt“

Die Sekundarschule gibt auf Nachfrage keine Stellungnahme ab und verweist auf die Stadt als Schulträger. Stadtsprecher Malte Woesmann erklärt in einer schriftlichen Stellungnahme: „Nachdem die Stadtverwaltung Anfang dieser Woche von der Schulleitung davon in Kenntnis gesetzt wurde, dass Seife beziehungsweise Einmalhandtücher in der Sekundarschule nicht vorhanden sein sollen, wurde umgehend neues Material bestellt und geliefert.“

Denn: „Seife beziehungsweise Einmalhandtücher werden von der Stadt den Schulen zur Verfügung gestellt. Dafür übermitteln die Schulen den Bedarf an die Stadtverwaltung.“

Ende der vergangenen Woche hätten die Stadtverwaltung Selm und die Schulen ein Informationsschreiben des NRW-Schulministeriums erhalten. Auf die dort beschriebenen „Hygienemaßnahmen zur Vorbeugung von Infektionen“ weise die Sekundarschule auf ihrer Homepage und in Elternbriefen hin.

Lieferung von Desinfektionsmittelspendern verzögert sich

Die Schüler der Selma-Lagerlöf-Sekundarschule können sich also zukünftig hoffentlich wieder ordentlich die Hände waschen und abtrocknen. Und nicht nur das. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus seien Desinfektionsmittel und Spender bestellt worden, heißt es in der Stellungnahme der Stadt.

Nicht nur für alle Schulen, sondern auch für öffentlichen Gebäude. Wegen der hohen Nachfrage an Desinfektionsmittel muss sich aber auch die Stadt Selm noch etwas gedulden: „Da es zurzeit zu verlängerten Lieferzeiten aufgrund der hohen Anfrage kommt, ist offen, wann diese geliefert beziehungsweise installiert werden können.“

Lesen Sie jetzt