Gutes Jahr für Wespen: Aber nicht aggressiver als sonst

Beim Essen im Freien können die schwarz-gelben Tierchen ganz schön nerven: Zurzeit sind besonders viele Wespen unterwegs - und sie haben Lust auf Süßes. Denn nach getaner Arbeit herrscht bei ihnen jetzt Anarchie, wie das Landesumweltamt erklärt.

21.08.2020, 05:41 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Wespe sitzt auf einem mit Butter und Marmelade bestrichenen Vollkornbrot. Foto: picture alliance / dpa

Eine Wespe sitzt auf einem mit Butter und Marmelade bestrichenen Vollkornbrot. Foto: picture alliance / dpa

Kaum liegt draußen der leckere Kuchen auf dem Teller, kommen sie angesurrt: Wespen haben momentan Hochsaison. „Es ist ein gutes Wespenjahr“, sagte Wilhelm Deitermann, Sprecher des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV), auf dpa-Anfrage. Der recht warme, regenarme Frühling sei ideal für die Bildung von Wespenvölkern gewesen. „Deshalb gibt es eventuell mehr Wespen als sonst.“ Aggressiver als in anderen Jahren seien sie aber nicht.

„Dass die Wespen zurzeit so auf Süßes fliegen, ist normal“, erläuterte Deitermann. Denn die Larven, die vor allem Proteine brauchten, seien inzwischen versorgt und die Wespen hätten somit ihre Arbeit erledigt: „Da bricht so ein bisschen Anarchie aus. Die Wespen haben frei und müssen nur noch sich selber versorgen - und da sind sie heiß auf Süßes.“

Nach Einschätzung des Naturschutzbundes (NABU) NRW sind nicht mehr Wespen unterwegs als im vergangenen Jahr. „Aber im Moment ist ihre Hauptzeit. Die Völker haben mit bis zu 1000 Tieren ihre maximale Größe erreicht“, sagte NABU-Sprecherin Birgit Königs. „Sie alle sind auf Nahrungssuche - da gibt es auch schon mal untereinander Gerangel um den Kuchen.“

Der NABU empfiehlt, bei ungebetenen Wespen-Besuchen Ruhe zu bewahren. Auf keinen Fall solle man um sich schlagen oder die Tiere anpusten. Vielmehr sei „sanftes Wegschieben“ das Mittel der Wahl. Süße Speisen und Getränke im Freien solle man abdecken - oder lieber drinnen verzehren.

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