Grüne fordern Stopp von Atomtransporten aus Gronau

Die Grünen fordern wegen der Corona-Krise einen Stopp der Atomtransporte von der Urananreicherungsanlage der Firma Urenco in Gronau nach Russland. Der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer, und die Vorsitzende des Umweltausschusses, Sylvia Kotting-Uhl, baten Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in einem Brief, „unnötige Castortransporte in dieser ohnehin schweren Zeit zu verhindern“. Sie könnten zu einer zusätzlichen, schweren Belastung für Einsatzkräfte und Krankenhäuser führen, heißt es in den Brief, der der Deutschen Presse-Agentur am Samstag vorlag.

05.04.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht auf einem Aufsteller der Partei. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Das Logo von Bündnis 90/Die Grünen steht auf einem Aufsteller der Partei. Foto: Stefan Sauer/dpa/Archivbild

Ein Urenco-Sprecher sagte, Produktion und Transporte fänden weiterhin wie geplant und ohne Unterbrechungen statt. Der sichere Betrieb der Anlage sei jederzeit gewährleistet. Aus Gronau werde Uran zur weiteren Anreicherung nach Russland gebracht.

Auch die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte den Stopp von Atomtransporten aus Gronau. „Im ganzen Land wird gerade darum gerungen, in den Krankenhäusern Kapazitäten insbesondere für die Behandlung von Lungenerkrankungen freizuschaufeln. Und dann will Urenco einen Transport auf den Weg bringen, der im Schadensfall genau diese Kapazitäten beschneidet“, sagte der Atomexperte der Organisation, Heinz Smital, am Sonntag. „Das ist unverantwortlich und ein Skandal.“

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