Grüne fordern mehr Opferschutz in der Corona-Krise

Coronavirus

Wer hilft in dieser Ausnahmesituation bedrohten Frauen und Kindern, Obdachlosen oder psychisch Kranken? Die Grünen warnen vor Risiken für die sozial Schwächsten während der Corona-Krise.

Düsseldorf

29.03.2020, 09:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Grünen mahnen eine besondere staatliche Fürsorge für sozial schwache Gruppen in Zeiten der Corona-Krise an. (Symbolbild)

Die Grünen mahnen eine besondere staatliche Fürsorge für sozial schwache Gruppen in Zeiten der Corona-Krise an. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Die Grünen mahnen eine besondere staatliche Fürsorge für sozial schwache Gruppen in Zeiten der Corona-Krise an. Gerade jetzt müsse der Opferschutz gewährleistet und an vielen Stellen kurzfristig ausgebaut werden, heißt es in einem Forderungskatalog von Spitzenvertretern der nordrhein-westfälischen Grünen-Landtagsfraktion. Sie fordern einen „Schutzschirm für die soziale Infrastruktur“.

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In dem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf vorliegt, wird unter anderem gefordert, das Platzangebot von Frauenhäusern auszuweiten - etwa in leerstehenden Jugendgästehäusern, Ferienwohnungen und Mutter-Kind-Heimen.

Gefahr von häuslicher Gewalt sei höher als sonst

Experten gingen davon aus, dass die Gefahr für Frauen, Opfer häuslicher Gewalt zu werden, derzeit drei- bis viermal höher sei als sonst. Auch Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen hätten in dieser Lage kaum Orte, um dem wenigstens für ein paar Stunden zu entkommen.

„Die weitreichenden Maßnahmen mit Kita- und Schulschließungen sowie Kontaktverboten gehen auch einher mit psychischen und sozialen Auswirkungen“, warnen die Grünen. Das gelte nicht nur für das familiäre Zusammenleben auf engem Raum. Auch Menschen mit psychischen Problemen seien in Isolation besonders gefährdet. Für viele Menschen ohne Zuhause blieben zudem Duschen, Suppenküchen und Schlafplätze geschlossen.

Geburtskliniken sollen Begleitpersonen zulassen

Zur Unterstützung der Kommunen und sozialen Träger sei deshalb ein Maßnahmenpaket erforderlich, um ausreichende Versorgungsangebote sicherzustellen. Auch die Seelsorge, Video- und Telefonberatung müssten jetzt ausgebaut und finanziell gesichert werden.

Darüber hinaus lebten derzeit viele werdende Mütter in der Sorge, ohne ihren Partner entbinden zu müssen, unterstreichen die Grünen. Geburtskliniken sollten aus ihrer Sicht eine Begleitperson zulassen, solange keine schwerwiegenden Gründe dagegen sprechen.

dpa/lnw

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