Großer Prozess gegen die Mafia nach Düsseldorf verlegt

Mutmaßliche Mafiosi der kalabrischen Mafia, der 'Ndrangheta, müssen sich in drei Wochen in Düsseldorf vor Gericht verantworten. Ihnen wird ab 12. Oktober der Prozess gemacht. 14 Männer sind angeklagt. Sie sollen über Jahre das illegale Geschäft betrieben haben.

21.09.2020, 18:02 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Für einen großen Prozess gegen mutmaßliche Mafiosi der italienischen 'Ndrangheta weicht das Duisburger Landgericht aus Sicherheitsgründen nach Düsseldorf aus. Das Verfahren beginne am 12. Oktober, teilte eine Gerichtssprecherin am Montag mit. Es gehe um Handel mit rund 680 Kilogramm Kokain.

Der Prozess wurde in den Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts Düsseldorf verlegt. Angeklagt seien 14 Männer, von denen fünf Mafiosi sein sollen. Mit 57 Umzugskartons voller Ermittlungsakten, mehreren Terabyte Daten und einer 650 Seiten langen Anklageschrift wird ihnen der Prozess gemacht.

Von Januar 2014 bis Dezember 2018 sollen die Beschuldigten in großem Stil mit Kokain und Marihuana gehandelt haben. Um den Drogenhandel zu tarnen, seien eigens Unternehmen gegründet worden. Das Kokain sei dann mit Reis-, Bananen- oder Holzlieferungen nach Europa gebracht worden.

Einige Angeklagte hätten abhörsichere Mobiltelefone genutzt. Restaurants und Eiscafés hätten der Geldwäsche gedient. Die Angeklagten müssen sich in unterschiedlicher Zusammensetzung außerdem wegen der Bildung und Unterstützung einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche, Betrug, Steuerhinterziehung und Verstößen gegen das Waffengesetz verantworten. Das Gericht hat für den Mammutprozess bislang 90 Verhandlungstage angesetzt.

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