Update: Ab Donnerstag gilt in Werne ein Verbot für die allermeisten Geschäfte

Coronavirus

Bei Werner Geschäftsleuten herrschte Mittwochmorgen, 18. März 2020, große Verunsicherung über die Schließungsverfügung. Mittags stellte die Stadt klar, was Sache ist. Das gilt ab Donnerstag.

Werne

, 18.03.2020, 09:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Putzen, wegräumen, Feierabend - ab Donnerstag, 19. März 2020, dürfen Eiscafés wie Campo am Markt nicht mehr öffnen.

Putzen, wegräumen, Feierabend - ab Donnerstag, 19. März 2020, dürfen Eiscafés wie Campo am Markt nicht mehr öffnen. © Jörg Heckenkamp

Geschäftsinhaber stehen auf der Straße und diskutieren. Michael Peters vom Schützenausstattungsgeschäft Ueter in der Bonenstraße ist ratlos und fragt den Reporter: „Wissen Sie mehr, was ist denn jetzt richtig? Schließen oder nicht?“

Tatsächlich ist das an diesem Morgen des 18. März 2020 eine berechtigte Frage. Denn Ministerpräsident Armin Laschet hatte am Vortrag eine Erlass angekündigt, in dem die Schließung aller Geschäfte, bis auf gewisse Ausnahmen, verkündet wird.

Die Stadt Werne hat dagegen am Mittwochnachmittag eine Allgemeinverfügung erlassen, in dem nichts von einer generellen Geschäftsschließung steht. Dort sind nur die Ausnahmen definiert, etwa Kneipen sowie Einschränkungen für Restaurants und Hotels.

Ein letztes Eis in der milden Mittagssonne am Mittwoch bei Venezia. Ab Donnerstag, 19. März, müssen Eiscafés, wie viele andere Geschäfte, auf Anweisung der Stadt geschlossen bleiben.

Ein letztes Eis in der milden Mittagssonne am Mittwoch bei Venezia. Ab Donnerstag, 19. März, müssen Eiscafés, wie viele andere Geschäfte, auf Anweisung der Stadt geschlossen bleiben. © Jörg Heckenkamp

Am Mittwochmittag, 18. März, hat die Stadt Werne ihre Allgemeinverfügung vom Dienstag dem NRW-Erlass angepasst. Das bedeutet, dass nur „wichtige“ Geschäfte geöffnet bleiben dürfen. Das sind:

  • Lebensmittel-Einzelhandel,
  • Wochenmärkte
  • Abhol- und Lieferdienste,
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Tankstellen
  • Banken
  • Frisöre
  • Poststellen
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte
  • Großhandel

Die dürfen laut Antrag ab sofort auch sonntags von 13 bis 18 Uhr ihre Pforten öffnen (außer an den Osterfeiertagen).

Dienstleister und Handwerker können weiter arbeiten.

Eisdielen müssen auch schließen

Das bedeutet, dass Modegeschäfte, Elektroläden, Uhren- und Schmuck-Geschäfte und so weiter nicht mehr geöffnet haben dürfen. Ab wann: „Ab Donnerstag, 19. März. Das werden wir dann auch kontrollieren“, sagt Gründken. Außerdem müssen Eisdielen und Thai-Massagen schließen. „Physio-Praxen dagegen können weiterarbeiten“, sagt Gründken.

Döner- und Imbissläden dürfen von 6 bis 15 Uhr öffnen

Ein Zweifelsfall seien die Döner- und Imbissbetriebe. Da sie der Grundversorgung dienten „und zudem oft sehr preiswert und für viele erschwinglich sind“, dürfen sie wie Speisegaststätten öffnen: von 6 bis 15 Uhr und unter verschärften Hygiene-Bedingungen. Der Lieferservice dieser Betriebe darf über 15 Uhr hinausgehen. Ein Abhol-Service über 15 Uhr sei schwierig. „Da beraten wir zurzeit noch“, sagt Gründken.

Er macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung über den Ablauf: „Da verkündet der Ministerpräsident am Dienstag um 13.30, dass ein Erlass kommt. Und der trudelt bei uns um 19 Uhr ein. Und um 22 Uhr gibt es eine Aktualisierung.“ So sei es zu der Diskrepanz zwischen städtischer Allgemeinverfügung und dem NRW-Erlass gekommen.

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