Lange Haftstrafen für Autoknacker-Bande

Eine Bande von Autoknackern ist wegen ihres Beutezugs durch NRW und zwei weitere Bundesländer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Die insgesamt fast ein Dutzend Angeklagten hatten sich auf Luxuskarossen mit komfortablen Funk-Öffnungssystemen (Keyless-Go) spezialisiert. Dabei gingen die vor allem aus Litauen stammenden Männer und Frauen hochprofessionell vor. In NRW waren sie in Dinslaken, Hamminkeln, Bochum, Ratingen, Münster und in Moers aktiv. Am Dienstag wurde der Bandenchef vor dem Heilbronner Landgericht zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt, sein Stellvertreter soll zwei Jahre weniger hinter Gitter.

28.04.2020, 01:40 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der größte Teil der Bande war bereits zuvor zu Strafen zwischen einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung und mehr als sechseinhalb Jahren verurteilt worden, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Dazu gehört neben den Autodieben und Fahrern auch der Mann, der die Logistik zum Transport der gestohlenen Fahrzeuge bereitgestellt hatte. Die Urteilssprüche in dem Mammutverfahren hatten sich über mehrere Monate verteilt.

Die Autos wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwischen November 2017 und dem Winter 2018 gestohlen, sie hatten einen Gesamtwert von rund 1,3 Millionen Euro. 15 Taten waren in der Anklageschrift aufgelistet. Teuerster Fang: ein Mercedes Benz Maybach für rund 175 000 Euro. Sieben Fahrzeuge wurden laut Staatsanwaltschaft nach Litauen transportiert - wohl um sie von dort nach Tadschikistan zu verkaufen. Sechs Fahrzeuge wurden sichergestellt - entweder weil die Täter sie weit entfernt vom Tatort zurückließen oder weil sie bei Grenzkontrollen in Polen auffielen.

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